Dienstag, 18. März 2014

19. März: Josef und das Maßwerkzeug des Zimmermanns

Zum morgigen Hochfest des hl. Josef der aktuelle Zeitungsbeitrag:

Der hl. Josef wird nur von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach beiden Evangelien stammte Josef aus dem davidischen Königshaus, stellt also so die Brücke zwischen dem alttestamentlichen König David und dem verheißenen Messias dar. Die Stationen seines Lebens sind bekannt und uns aus den Kindheitserzählungen der Evangelien vertraut. Wie lange Josef gelebt hat, wissen wir nicht: das letzte Mal wird er bei der Pascha-Wallfahrt mit dem zwölfjährigen Jesus erwähnt. Die öffentliche Verehrung Josefs begann im Abendland erst im 14./15. Jahrhundert. Im römischen Kalender steht sein Fest seit 1621. Gerade bei uns im Ruhrgebiet sind in der Zeit der Industrialisierung viele Kirchen dem hl. Josef als Patron der Arbeiter geweiht worden. Auch das (alte) Rheumazentrum steht unter seinem Schutz, unser Bild zeigt seine Figur an der Außenfassade.



Der in der NS-Diktatur hingerichtete Jesuit Alfred Delp schreibt über den hl. Josef: „ Josef – er ist der Mann am Rande, im Schatten. Der Mann der schweigenden Hilfe. Der Mann, in dessen Leben Gott dauernd eingreift mit neuen Weisungen und Sendungen. Immer neuer Aufbruch und neue Ausfahrt. Er ist der Mann, der ging. Das ist sein Gesetz: der dienstwillige Gehorsam. Er ist der Mann, der dient. Dass ein Wort Gottes bindet und sendet, ist ihm selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft, das ist sein Geheimnis.“
Dienst und Gehorsam, diese beiden Vokabeln, liebe Leserinnen und Leser, passen so gar nicht in unsere heutige Mentalität. Zu viele negative Erlebnisse sind für viele Menschen damit verbunden. Bei Josef aber geht es um Dienst und Gehorsam Gott gegenüber, und das ist doch etwas anderes als Dienst und Gehorsam gegenüber Menschen. Führt das eine häufig zu Unterdrückung und Ausbeutung, ist es mit dem Dienst und Gehorsam gegenüber Gott genau anders herum: Dienst und Gehorsam gegenüber Gott führt zu Freiheit und Unabhängigkeit. Freiheit und Unabhängigkeit von den Dingen, weil sie eben nur Dinge sind. Nichts mehr, auch wenn sie manchmal groß und mächtig erscheinen. Aber dafür Freiheit und Unabhängigkeit für Gott, und damit wird alles in das richtige Maß gerückt. Der hl. Josef, häufig mit dem Maßwerkzeug des Zimmermanns dargestellt, kann uns Vorbild dafür sein, dass alle Dinge wieder ihr richtiges Maß bekommen. – Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen dabei die „maßvollen“ Tage der Fastenzeit helfen können!

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