Freitag, 11. April 2014

Ostern 2014: Echt und wahr

Zur Einstimmung auf die kommende Zeit hier schon einmal der Ostergruß an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Die Basilika Santa Croce in Gerusalemme gehört zu den sieben Hauptkirchen der Stadt Rom. Die Legende berichtet, dass Kaiser Konstantin (306-377) hier am Wohnsitz seiner Mutter Helena eine Kirche zur Bergung jener Kreuzesreliquien errichtet habe, die Helena aus dem Heiligen Land nach Rom gebracht hatte. Diese dort heute noch gezeigten und verehrten Reliquien sind ein Stück vom Kreuz Christi, die Inschrifttafel des Kreuzes, Dornen der Krone Christi, sowie ein Kreuznagel. Und eben eine solche Nachbildung dieses Kreuznagels, mit römischem „Echtheitszertifikat“ wie wir heute sagen würden, sehen wir auf unserem Foto. Vor einigen Jahren habe ich sie aus einem aufgelösten Kloster geschenkt bekommen.
 
Das Kreuz spielt in der Liturgie der Kar- und Ostertage eine wichtige Rolle: Am Karfreitag singt die Schola zur Kreuzverehrung: „Crucem tuam adoramus, Domine... – Dein Kreuz, o Herr, wollen tiefgeneigt wir verehren, und Deine heilige Auferstehung rühmen und preisen wir. Seht, durch das Holz des Kreuzes ist Freude gekommen in alle Welt!“

 
Zwei Gedanken möchte ich uns in diesen Tagen mit auf den Weg geben. Erstens: Der Nagel ist echt. Und zwar echt in dem Sinn, dass Jesus Christus wirklich für uns gelitten hat, gekreuzigt wurde, starb, und ins Grab gelegt wurde. Das ist weder fromme Legende noch archaisch-symbolischer Mythos. Nein, der Schmerz ist echt. Das Leiden, der Tod, die Trauer, die Klage des Karfreitags und die Grabesruhe des Karsamstags sind wahr.
 
Und zweitens: Echt und wahr sind auch die Auferstehung Jesu Christi und das leere Grab des Ostermorgens. Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde im heutigen Thessaloniki: „Wir predigen nicht, um euch irrezuführen, in schmutziger Weise auszunutzen oder zu betrügen.“ – Wir können mit Sicherheit daran glauben, dass Gott wirklich und konkret in dieser Welt handelt. Und dass er es auch an uns tut: Dass auch unser Schmerz, unser Tod, unsere Trauer und unsere Klage bei ihm aufgehoben sind und wir Anteil an der Auferstehung, an der Überwindung von Hölle und Tod, erlangen.

So löst sich auch der scheinbare Widerspruch des Kreuzeshymnus auf: „Durch das Holz des Kreuzes ist Freude gekommen in alle Welt“ – So schwer das Kreuz auch für jeden zu tragen ist, es gibt eine feste Hoffnung und eine echte und wahre Perspektive: Auferstehung.
 Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien und Freunden ein gesegnetes Osterfest!

 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen