Freitag, 23. Mai 2014

"Als hätten wir im Gottesdienst etwas zu kapieren"

"Textchen, Gestchen, Themchen mit Modellgottesdiensten gehen an der Sinnspitze liturgischer Sequenzen oft vorbei und wirken nicht selten, als sollten sie die eigene Hilflosigkeit mit viel Anderem zustellen; hauptsächlich mit Lernzielen. Als hätten wir im Gottesdienst Mal für Mal - wie ein einer Volkshochschule - etwas zu kapieren. Der Aufwand, zu dem viele anfeuern, ist bisweilen immens. Doch wenn nicht meine ganz normale Liturgie etwas 'Besonderes' ist, werde ich mich vor lauter vermeintlicher Zielgruppenorientierung und Gimmick-Suche auf eine ständige Jagd nach dem Besonderen machen. Eine Hatz, die atemlos macht. Wenn man das tragende Fundament nicht findet, nämlich ein Vertrauen auf die Basics der Liturgie hat, und dies darzustellen weiß, geraten Leitung und Liturgiekreise unter ein Innovationsdiktat, das ermüdet."

Dr. Peter Hahnen, Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp, in: Königskinder? - Jugend und Liturgie, Gottesdienst 10/2014, 85f.

1 Kommentar:

  1. Ich reibe mir erstaunt die Augen, daß Herr Dr. Hahnen es mit diesen sehr vernünftigen Äußerungen bis in die Zeitschrift 'Gottesdienst' geschafft hat. Vielleicht hat ja der Terminus 'Basics' genügt, um als zeitgemäß zu gelten. ;-) Gruß Windlicht.

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