Freitag, 23. Mai 2014

Baustelle Kirche: Schade, schade...

"Schade, schade" ist ein Artikel im neuen Pfingstbrief von St. Kamillentee betitelt. Darin beschreibt eine Dame aus der Gemeinde, wie sie an zwei besonders vorbereiteten Gottesdiensten in den beiden Kirchen des Pastoralverbundes teilgenommen hat. Und mit "Schade, schade" ist gemeint, dass trotz der vielen Arbeit im Vorfeld nur sehr wenige andere Menschen diese Gottesdienste besucht haben. Diese Enttäuschung kann ich gut verstehen und ich habe durchaus Respekt vor der vielen Mühe, die sich die Vorbereitenden gegeben haben.
Aber vielleicht liegt ja darin auch der Knackpunkt. In dem Artikel werden die Gottesdienste geschildert: "Ich betrete die Kirche kurz vor 18 Uhr und stutze", schreibt die Dame, "Was ist denn hier los? - Rot-weißes Flatterband - Absperrkegel - Baustelle??? Ja! - Die Pfadfinder haben den Gottesdienst vorbereitet und die Kirche als Baustelle empfunden und dargestellt. (...) Die Pfadfinder haben Gebete und Fürbitten vorbereitet, die sie selbst vortragen, und besondere Lieder und einen lustigen Gag für den Stufenwechselvorgang." Und über den zweiten Gottesdienst heißt es: "Und wieder hatten sich Menschen viel Mühe gemacht, alles vorbereitet - Thema, Gebete, Lieder - aber auch den Recorder mit der Musik angeschleppt, die Stellwand mit den Gebeten der letzten Sonntag, Stifte, Papier."

Baustellendekoration, lustige Gags, Recorder, Stellwand, Stifte, Papier... Ist es nicht gerade das, was viele Menschen davon abhält zu kommen? Noch einmal: Keinesfalls soll das Engagement der Vorbereitenden abgewertet werden, außerdem war ich ja auch nicht dabei. Aber sind nicht die Baustelle und der Moderationskoffer, wie Michael Kunzler sagen würde, Wiederholung des Alltags an heiliger Stätte? Die ganze Woche über ärgern mich Baustellen wenn ich mit dem Auto unterwegs sein muss, und manchmal nerven mich auch die Stellwände und Stifte mit denen ich oft genug zu tun habe. Ist es denn nicht genau das, was ich in der Kirche nicht haben möchte?

Wirklich "schade, schade"!

1 Kommentar:

  1. Wenn sich viele Leute viel Arbeit und Mühe machen, um einen Gottedienst zu gestalten, dann liegt vielleicht da gerade der Knackpunkt.
    Reicht es nicht, dafür zu sorgen, daß die Kirche sauber, die Blumen frisch und die Kerzen gerade sind?

    Steht bei dem ganzen Engagement in liturgischen Dingen wirklich noch Gott und sein Heilshandeln an den Menschen im Vordergrund?
    Oder wird da die Messe eher mißbraucht, um eine ganz andere Botschaft oder aber zuminst eine auf einen kleinen Aspekt reduzierte Botschaft „rüberzubringen“?

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