Mittwoch, 28. Mai 2014

Christi Himmelfahrt - Abschied und Veränderung

Der Zeitungsbeitrag zum Hochfest Christi Himmelfahrt:
 
Vierzig Tage nach Ostern, liebe Leserinnen und Leser, feiern wir das Hochfest Christi Himmelfahrt. Die Heilige Schrift berichtet wie Christus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern erschienen ist, ja sogar mit ihnen gegessen und getrunken hat. Nun wird er, so schildert Lukas in der Apostelgeschichte, „vor ihren Augen erhoben und eine Wolke entzog ihn ihren Blicken“. Das ist nicht ganz leicht zu begreifen und auch die Jünger brauchen dazu gleich zwei Engel die ihnen erklären: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn zum Himmel habt auffahren sehen.“
Das Markusevangelium, etwas älter als die Apostelgeschichte, hält sich allerdings mit dem Staunen der Jünger gar nicht auf. Dort heißt es nach der Himmelfahrt ganz einfach: „Sie aber gingen hin und predigten überall.“ Diese Himmelfahrt Christi soll also wohl nicht wie ein unerklärliches Naturereignis bestaunt werden, sondern etwas in Bewegung setzen.
 
 
Viele tun sich mit Abschieden schwer. Wie gelähmt und erstarrt fühlt man sich in solchen Situationen, möchte man doch etwas festhalten das man nicht festhalten kann. Nicht anders geht es den Jüngern beim Abschied Jesu und seiner Auffahrt in den Himmel. Sie stehen einfach da und schauen gen Himmel. Jeder von uns hat wahrscheinlich schon einmal in irgendeiner Form Trennung erlebt, hat Menschen nachschauen müssen, die gegangen sind. Kein Abschied ist endgültig, sagt die christliche Hoffnung, aber schwer bleibt es trotzdem. Jedem möchte man dann diese zwei Engel wünschen, die ihm zur Seite stehen. Aber da Abschiede ja immer Veränderung bedeuten, haben sie auch einen dynamischen Anteil, das Verhalten der Jünger zeigt uns das sehr deutlich. Vielleicht haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, das auch schon erlebt: Manchmal setzen Abschiede auch bislang ungeahnte und ungekannte Kräfte frei, manchmal lassen uns Abschiede auch wachsen, reifen und stärker werden.  „Und der Herr wirkte mit ihnen“ heißt es dann im Markusevangelium. Das gilt nicht nur den Jüngern damals, sondern ist auch eine Zusage an jeden von uns.
 
 

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