Samstag, 31. Mai 2014

Mein erster Katholikentag!

Mein erster Katholikentag war dieser hier:


Den Sticker habe ich gestern quasi als Dachbodenfund wiederentdeckt. Damals sind wir von St. Kamillentee aus nach Düsseldorf (was nicht wirklich weit weg ist) zum Abschlussgottesdienst gefahren. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass die friedensbewegte Menge ohne Ende "Herr, gib uns deinen Frieden" sang, so dass Kardinal Höffner, als diözesaner Gastgeber und DBK-Vorsitzender war er Hauptzelebrant, Mühe hatte, irgendwann einmal mit der Messe fortzufahren. Es war wie ein mutiges "We shall overcome" gegen das kirchliche Establishment. Als ob die deutschen Bischöfe den NATO- Doppelbeschluss unterschrieben hätten...
Und dann hat mir meine Mutter vorhin noch erzählt, dass sie mit meinem Vater 1968 bei dem berüchtigten Protest-Katholikentag in Essen war.
Bei manchen Zeiten ist es auch gut, dass sie lange her sind...

Kommentare:

  1. Hier geht was durcheinander: Die Szene mit der Gemeinde, die "Herr, gib uns deinen Frieden" sang und bei der der alte Kardinal Höffner nach dem Friedensgruß nicht fortfahren konnte, spielte bereits beim Katholikentag 1980 im Berliner Olympiastadion. Zur Erinnerung: Das war jener Katholikentag, bei dem Peter Janssens und seinem Gesangsorchester kurzfristig eine Veranstaltung gestrichen wurde und der erste Katholikentag, bei dem es einen "Katholikentag von unten" geben musste, weil das ZdK "die Kurve in die Gegenwart nicht kriegte". Das Singen dieses Liedes war in der Berliner Nazi-Architektur des Stadions aus den 1930ern (zu der kein Wort verloren wurde) ein Ventil auch gegen die Übermacht der vereinigten Berliner Chöre, die die Liturgie bei der Berliner Messfeier dominierten.
    Die Berliner Pleite (die zugegeben noch einige weitere Komponenten und Verursacher hatte) war anschließend Gegenstand heftiger Diskussionen innerhalb des ZdK über die Ausrichtung der Katholikentage. Erste Frucht zaghafter Änderung war der etwas andere, offenere Katholikentag 1982 in Düsseldorf.

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    1. Danke für die Einblicke, liebe Anonymus, in die damalige Mentalitätslage! Dazu passt ein sehr interessantes Interview mit Hans Maier, dem damaligen ZdK-Präsidenten, in der Zeitschrift "Gottesdienst" vom Mai 2014. Da sagt er u.a.: "Ich habe auch bei sechs Katholikentagen, bei denen ich Präsident war, erlebt, wie die Liturgiker und die Musiker immer wieder aneinandergerieten." Sehr lesenswert! Dennoch bleibe ich dabei, dass hier nicht "was durcheinander geht": Habe ich doch schließlich begeistert mitgesungen in Düsseldorf. Damals...

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