Donnerstag, 5. Juni 2014

"Es führt drei König Gottes Hand..." - hinein ins schöne Sauerland!

Vor nunmehr 220 Jahren flüchtete vor der Besetzung des Rheinlandes durch französische Revolutionstruppen das Kölner Domkapitel mit dem Schrein und den Reliquien der Hl. Drei Könige, dem Domschatz, der Dombibliothek, den Domarchiven von Köln und die kurfürstlichen Behörden von Bonn ins Westfälische.
Der Hofrat nahm Quartier in Recklinghausen, die Hofkammer zog nach Brilon, Arnsberg als Hauptstadt des Herzogtums Westfalen wurde Sitz des Domkapitels, des Generalvikariates und des Oberappellationsgerichtes. Die Geschichte der Flucht ist abenteuerlich und spannend nachzuverfolgen, auch wie sich Spuren der Hl. Drei Könige im Sauerland erhalten haben.
Gestern hatte ich dienstlich in Arnsberg zu tun, für einen kurzen Besuch des ehemaligen Prämonstratenserklosters Wedinghausen und der heutigen Propsteikirche reichte es aber dennoch. Hier ein paar Eindrücke:
 


Das sog. "Hirschberger Tor" mit einem Teil der alten Klostergebäude:


Links der erhaltene Rest des Kreuzgangs, der Glaskasten rechts ist modern:


Ein Blick in die Kirche mit ihrer wertvollen Ausstattung:






Hier noch einmal die Reste des Kreuzgangs:


Zum Abschluß ein Blick vom "Klosterberg" Richtung Stadtkapelle St. Georg aus dem 14. Jhdt.:


1 Kommentar:

  1. Es muß damals schon ein schönes Spektakulum gewesen sein:

    »Der winterliche Transport der Domschätze am 11. Dezember 1803 über die Höhenwege von Wedinghausen nach Balve war beschwerlich: Ermüdet kehrten am 11. Dezember 1803 Fuhrmänner und "schwarze" Begleitung im Gasthaus Glasmacher ein, damals eine angesehenen Übernachtungsstätte für Durchreisende. Geheimnisvoll schweigend trugen Knechte das kostbare Gut in den Hauptsaal des Hauses. Glasmacher, agiler Bürgermeister der Stadt, beobachtete das seltsame Treiben seiner Gäste und wurde neugierig. Schließlich gelang ihm, das Geheimnis zu lüften. Der bibelfeste Gastwirt soll daraufhin ausgerufen haben: "Heute ist meinem Hause Heil widerfahren!", als auch schon die Kirchenglocken "von selbst anfingen zu läuten" und viele Balver Bürger in die Gaststätte eilten, um den Reliquien gebührende Verehrung zukommen zu lassen. Das Erzbistum zeigte sich erkenntlich und sandte als Dank ein "sinngebendes" Bild mit vielen Segenssprüchen. Man munkelte jedoch, Glasmacher habe die Vorgänge geschickt in Szene gesetzt, ein Bote habe Küster und Bürgern das Ereignis zugetragen. Wenn es so war, hat der Gastwirt vor fast 200 Jahren PR-Methoden praktiziert, die heute allgemein üblich sind. Sein Haus war nun weithin in aller Munde. Die Gaststätte Hl.-Drei-Könige und die Drei-Königsgasse erinnern noch heute an die damaligen Ereignisse.«

    (http://www.balve-online.de/unsere_stadt/geschichte/amtundstadtgeschichte.shtml)

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