Mittwoch, 23. Juli 2014

Libori naht! - auch an der Ruhr...

"Was den Paderbornern das Liborifest bedeutet, läßt sich kaum beschreiben. So blieb es dem in Niedertudorf 1856 geborenen jüdischen Dramatiker und Lyriker Jakob Löwenberg zeitlebens unvergessen, wie beim Herannahen des Festes im Juli bereits die Drei- und Vierjährigen nichts anderes als 'Libori! Libori!' im Munde führten, und ihnen, wenn sie von Libori heimkehrten, auf dem Leiterwagen im Halbschlaf noch das Liborilied selig in den Ohren klang."

Brandt/Hengst: Das Bistum Paderborn im Industriezeitalter 1821-1930, Paderborn 1997, 499.

Zur Einstimmung auf das Hochfest auch ein paar Bilder aus Wengern. Hier soll bei der Translation der Gebeine des hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn 836 die Ruhr überquert worden sein und der Zug habe hier eine Nacht gerastet. Immerhin deutet das für unsere Gegend seltene alte Liboriuspatronat auch darauf hin.
Die alte Dorfkirche ist seit 1543 leider evangelisch, sie wurde 1246 erstmals erwähnt. Im Turm hängt noch eine Glocke "der kleine Anton" aus dem Jahre 1529. 1891 wurde die Kirche nach Osten hin umgebaut und erweitert. Die Kirche besitzt eine recht wertvolle Ausstattung: einen romanischen Taufstein, ein spätromanisches Triumphkreuz, sowie einige barocke Ausstattungsstücke. Aber, wie so oft, war die Kirche verschlossen.

Die neue katholische Liboriuskirche, ein einschiffiger barocker Saalbau mit Tonnengewölbe, stammt aus dem Jahre 1915. Wengern, obwohl heute ein Stadtteil von Wetter, gehört nicht zum Erzbistum Paderborn, sondern zum Bistum Essen. Natürlich war sie auch zu.
Wenn Kirchen zugesperrt sind, kann man natürlich nicht rein zum Fotografieren. Aber auch nicht zum Beten.
Mein Fazit: Die Kirche wäre viel offener wenn die Kirche öfter offen wäre!

1 Kommentar:

  1. Das Buch kannte ich nicht.
    Ich habe mir aber vor kurzem ein anderes interessantes Buch gekauft, in dem auch eine Reihe alter Bilder und Dokumente abgedruckt sind:
    Barbara Stambolis: Libori. Das Kirchen- und Volksfest in Paderborn. Eine Studie zu Entwicklung und Wandel historischer Festkultur.

    AntwortenLöschen