Donnerstag, 14. August 2014

15. August: Die Engel helfen beim Singen

Dass die Gottesmutter Maria nach ihrem Tod mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, ist eigentlich schon immer geglaubt worden, doch erst Papst Pius XII. hat es im Heiligen Jahr 1950 als Dogma, d.h. als allgemein verbindlichen Glaubenssatz definiert. Beim Wort „Dogma“ sind wir heute meist etwas kritisch, aber gerade die Entstehung dieses Dogmas zeigt, dass der Papst eben nicht willkürlich etwas festlegt was dann alle zu glauben haben, sondern dass von ihm lediglich feierlich bestätigt wird, was schon immer zum allgemeinen Glaubensgut gehört hat. Das Fest „Mariä Himmelfahrt“, wie es kurz genannt wird, weist eine lange Tradition von Volksfrömmigkeit und Brauchtum auf, das schönste ist vielleicht die Segnung der gesammelten Kräuter am heutigen Tag, ein Brauch, der auch im Bewusstsein unserer Verantwortung für die Schöpfung seit einigen Jahren in vielen Gemeinden wieder neu belebt wird.
Unser Bild zeigt die Marienfigur in der Kapelle unseres Marien-Hospitals in Witten.
 
 
„Maria significat ecclesiam – Was über Maria gesagt wird, gilt auch von der Kirche“ lautet ein wichtiger Satz der Theologie, d.h. für das Fest Mariä Himmelfahrt, dass auch schon die Kirche, also jeder von uns, Anteil an dieser Aufnahme in den Himmel hat. Nur, wie kann ich das denn in den Niederungen meines Alltags erleben? Im katholischen und orthodoxen Verständnis des Gottesdienstes bedeutet Liturgie nicht nur eine erbaulich-pädagogische Versammlung der Gemeinde, sondern ganz wesenhaft Anteil an der göttlichen Liturgie der Engel und Heiligen. Wir beten das in jeder Präfation der hl. Messe, wenn es dort heißt: „Wir singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.“ Wenn wir das ernst nehmen, hat es etwas sehr Tröstliches: Über die häufig bedenklich leeren Kirchenbänke und den dünnen Gesang helfen uns die Engel und Heiligen hinweg. Dass Gottesdienst gelingt, liegt also gar nicht so sehr an unserem Tun. Gott handelt zuerst und die Engel und Heiligen sind dabei. Dabei ist die Perspektive klar, nämlich einmal mit Leib und Seele zu Gott zu gelangen. - Wäre nicht dieses Fest ein Motiv wieder einmal öfter zur Kirche zu gehen? Wo sonst kann man so schön einstimmen in den himmlischen Lobgesang? Probieren Sie es doch vielleicht wieder einmal aus, die Engel werden Ihnen schon beim Singen helfen!

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