Donnerstag, 4. September 2014

Gänseparade...

Als ich heute zwischen Wetter und Hagen diese schöne Begegnung hatte, fiel mir eine Erzählung von Sören Kierkegaard wieder ein:


„Die Christen leben wie Gänse auf einem Hof. An jedem siebten Tag wird eine Parade abgehalten, und der beredsame Gänserich steht auf dem Gatter und schnattert über die Wunder der Gänse, erzählt von den Taten der Vorfahren, die einst zu fliegen wagten und lobt die Barmherzigkeit des Schöpfers, der den Gänsen Flügel und den Instinkt zum Fliegen gab. Die Gänse sind tief gerührt, senken in Ergriffenheit die Köpfe und loben die Predigt und den beredten Gänserich. Aber das ist auch alles. Eines tun sie nicht – sie fliegen nicht; sie gehen zum Mittagsmahl. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut, und der Hof ist sicher.“

Vielleicht gibt es das ja heute auch, nur mit dem Unterschied, dass nur noch wenige Gänse zur Parade kommen und nicht mehr jeder Hof einen eigenen Gänserich hat. Die Parade aber wird in mehreren strukturierten Workshops von der Gänsebasis vorbereitet und das Paradenkonzept muss vom Chefgänserich genehmigt werden. Bis das alles durch ist, ist dann eh‘ St. Martin…

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