Sonntag, 5. Oktober 2014

Komm zur Ruhr! - vor Kohle

Da mir heute so ganz und gar nicht der Sinn nach Erntedankfamiliengottesdienst stand, ging es trotz herbstlichen Nieselregens wieder einmal kurz ins Ruhrtal.
Für diejenigen die in der Grundschule nicht die Bewetterung einer Zeche, die Beschickung eines Hochofens und den Unterschied zwischen einer Thomasbirne und einem Siemens-Martin-Ofen auswendig lernen mussten - also quasi alle Nicht-Ruhris - hier ein paar Bilder.

Ein Blick flußaufwärts. Früher war die Ruhr auch in diesem Teil schiffbar und wurde für den Transport von Kohle und allen möglichen anderen Waren benutzt. Teilweise wurden diese speziellen Ruhrschiffe, im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall ist eines nachgebaut, auch von Land aus über den sog. Leinpfad von Pferden gezogen.

 
Hier kann man einen Flöz, also eine kohleführende Schicht erkennen. Hier im Süden des Ruhrgebiets sind diese direkt unter der Oberfläche, je nördlicher es wird, desto tiefer liegen sie. Die sog. Nordwanderung des Bergbaus erforderte also immer tiefere Schächte.

 
Früher war der Eingang zu dem Stollen noch offen und wir sind als Jugendliche da ziemlich sorglos herumgeklettert:

 
Was heute ziemlich romantisch wirkt, war früher ein belebtes Industriegebiet. Hier die Reste einer alten Eisengießerei:

 
Und hier die Zeche Nachtigall, erste Tiefbauzeche, dann Ziegelei und heute Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Sehr sehenswert!

 
 
Diese unscheinbare Wiese war früher eine sog. Kohlenniederlage, d.h. hier wurde die im Muttental geförderte Kohle am Ruhrufer gelagert um dann per Schiff abtransportiert zu werden.


Vielleicht hats ja den einen oder die andere interessiert, ich würde mich freuen!

Kommentare:

  1. Ähm… als Du noch in die Schule gingest, dürfte zumindest in Deutschland doch sowohl die Thomasbirne als auch der Siemens-Martin-Ofen vor allem von historischem Interesse gewesen sein, da andere Verfahren bevorzugt wurden.
    Oder bist Du doch schon sooooo alt?

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    1. Tja, jetzt wo Du es sagst, merk ich das Alter auch...
      Jedenfalls war das Mitte der 70er noch Thema, zusammen mit einem uralten Lehrfilm über das hiesige Stahlwerk. Vielleicht waren ja auch die Lehrpläne nicht mehr ganz frisch...

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