Samstag, 6. Dezember 2014

Endlich mal wieder...

Endlich mal wieder habe ich etwas Zeit für den Blog. Die wenigen Posts der letzten Zeit haben teilweise mit Computerproblemen zu tun, aber auch damit, dass es in unserer Kirche so langweilig geworden ist: Die kirchenbashenden "Franziskusperlen" oder dieses ständige Hin- und herinterpretieren was der Papst denn nun gemeint, gesagt oder sonstwie getan hat, diese infantil-jubelpersernden "Franziskusfans" und dass er doch so unendlich viel toller ist als sein böser Vorgänger, öden mich nur noch an und geben mir ein Gefühl der Fremdheit.
Gerade in diesen Wochen gibt es richtig viel Arbeit, "Weihnachtsverdichtung" habe das einmal genannt. Auch scheint es wohl so zu sein, dass derjenige der allein ist, diese Einsamkeit jetzt besonders wahrnimmt, das derjenige, der einen lieben Menschen verloren hat, diesen Verlust jetzt besonders schmerzlich spürt. - "Was verbinden Sie mit Weihnachten?" habe ich vorgestern in die Runde gefragt. "Traurigkeit" sagte eine junge Frau, die in ihrer Familie nur Demütigungen, Zurücksetzung, Gewalt und Missbrauch erlebt hat.
Und da zerbrechen wir uns den Kopf über den Kommunionempfang für wiederverheiratet Geschiedene. Bei genauem Hinsehen in den biblischen Befund ist das so oft gebrauchte harmonisch-moralinsüße Bild der "christlichen Familie" als Keimzelle für was auch immer ziemlich dürftig. Zumindest wenn man sich die "heilige Familie" anschaut, oder den Umgang Jesu mit seiner leiblichen Familie.
Ich glaube, dass uns auch innerkirchlich viel geholfen wäre, wenn "Familie" endlich einmal in ihrer ganzen Ambivalenz wahrgenommen würde und wenn wir einen Umgang damit fänden, dass auch Lebensentwürfe scheitern können und auch in bestem Willen gegebene lebenslange Versprechen nicht um den Preis der Selbstaufgabe gehalten werden müssen. Das ist keine Häresie, kein Verrat an der Dogmatik oder am Ehesakrament. Es geht einfach nur um die Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Hier noch ein Foto der adventlichen Gestaltung in der Kapelle des St. Anna Hospitals:


Allen Leserinnen und Lesern einen gesegneten II. Advent!

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