Freitag, 31. Januar 2014

Zahlen aus St. Kamillentee

Zu Beginn des Jahres werden ja meist Statistiken veröffentlicht. Das liest sich dann für St. Kamillentee im zurückliegenden Jahr 2013 folgendermaßen:

Taufen: 12
Erstkommunionen: 23
Eheschließungen: 1
Beerdigungen: 37
Austritte: 10
Wiedereintritte: 0
Konversionen: 0

Kirchenbesucherzahlen werden nicht veröffentlicht. (Vermutlich aus Pietätsgründen...)
Jedenfalls kann man sich ausrechnen, wann man den "Laden" ganz von alleine dichtmachen kann. Ich glaube, dass selbst die am besten gemeinte Pastoralvereinbarung einfach von der statistischen Wirklichkeit überrollt wird.
Aber welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Montag, 27. Januar 2014

27. Januar: Julian - Predigt und Glauben

Heute gedenkt die Kirche von Paderborn des hl. Bischofs Julian von Le Mans, des Vorgängers des hl. Liborius. Seine Amtszeit fällt wahrscheinlich in die Jahre 301 bis 348. Nach Übertragung seiner Gebeine in die Kathedrale der Stadt im Jahr 835 wurde er schließlich 1158 deren Patron. Wenige Jahre später übersandte das Kapitel von Le Mans eine Vita und Reliquie des hl. Julian nach Paderborn. Eine Figur Julians am Paradiesportal des Paderborner Domes weist auf die Verehrung Julians in Paderborn seit dieser Zeit hin.


Vor vielen Jahren konnte ich, wie viele andere auch, als Seminarist am Juliansfest in Le Mans teilnehmen und in einer wirklich hoch interessanten Woche die französische Kirche und vor allem ihre herzliche Gastfreundlichkeit ein wenig erfahren und kennen lernen. (Was besonders spannend sein kann wenn man überhaupt kein Wort französisch spricht und derjenige, der es meint zu können, auch nicht über eine Baguettebestellung hinaus kommt...)
Die Lesehore bietet einen Text des 1946 verstorbenen Paderborner Dompropstes Paul Simon:

"Der Prediger kann nicht verkünden, wenn er nicht selbst glaubt, wenn er den Glauben nicht erfahren hat. Seine Glaubenserfahrung ist also von äußerster Wichtigkeit, denn sie prägt seine Verkündigung, sie gibt ihr die Wärme oder Kälte, sie gibt ihr die Tiefe oder Oberflächlichkeit, sie gibt ihr die Anschaulichkeit und Wirklichkeitsnähe, oder die Abstraktheit und Wirklichkeitsferne."

Da ist was dran: Nehmen wir uns doch einmal vor, in der nächsten Zeit die Predigten die wir hören, auf den Glauben des Predigers hin zu hören! Nicht im Sinne von "Rechtgläubigkeit", sondern was sagt uns diese Predigt über diesen Menschen und seinen Glauben? Und auch für diejenigen, die die Predigten halten: Was hat das, was ich sage, mit mir, meinem Glauben und meiner Lebenswirklichkeit zu tun?
Das könnte zu interessanten Erkenntnissen führen.

Das Tagesgebet vom hl. Julian lautet:

"Herr, unser Gott, du hast dem heiligen Bischof Julian des Geist des Rates und der Stärke verliehen, damit er die Kirche von Le Mans leite und im Glauben festige. Erleuchte auch uns, damit wir unsere Aufgabe erkennen und sie in der Kraft deines Geistes erfüllen."

Diese Erleuchtung wollen wir uns für die neue Woche wünschen!

Freitag, 24. Januar 2014

"Vorsicht Anfänger!"

"Vorsicht Anfänger!" gab es früher als Autoaufkleber für Fahranfänger, und wer so jemanden vor sich hatte, hielt besser etwas Abstand. Gleiches erleben wir auch in der Kirche, nur noch etwas subtiler, da heißt es dann:
"Lieber junger Mitbruder, Du musst noch viel lernen!" - Dieser meist reichlich eitel-selbstgefällig vorgetragene Satz ist eine einzige arrogante Frechheit, und wer ihn schon einmal selbst zu hören bekommen hat, wird sich auch meist ziemlich gekränkt vorgekommen sein. Man fühlt sich nicht für voll genommen und kommt sich doppelt gedemütigt vor, bekommt man doch zusätzlich noch das Gefühl vermittelt, man müsse sich für diesen Ratschlag auch noch bedanken.
In genau so einem süffisanten Stil geht Kardinal Maradiaga in seinem Interview mit Erzbischof Müller um, wenn er u.a. meint, dieser sei noch im "Lernprozess".  Und die "deutschen Theologieprofessoren" bekommen auch noch ihr Fett weg. (Wobei mir hier seltsamerweise der betroffene Aufschrei der ansonsten so sprungbereiten theologischen Elite fehlt, meint sie der Kardinal doch wohl auch, oder etwa nicht?) Und dann gibt er auch noch zu, noch nie mit ihm persönlich gesprochen zu haben.

Wie kann man sich nur so jemanden als einen der wichtigsten Berater ins Boot holen? Es ließe sich nur dann nachvollziehen, wenn eine gewisse Banausigkeit und Dampfplauderei Kennzeichen dieses Pontifikates wären. Aber so etwas denken wir hier natürlich nicht und würden nie so weit gehen. Niiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeee............................

Montag, 20. Januar 2014

20. Januar: Sebastian - Der Geist der Stärke

Sebastian starb als Märtyrer zu Beginn der Christenverfolgung des römischen Kaisers Diokletian in den Jahren 303 bis 311. Er soll ursprünglich aus Mailand stammen und Offizier in der kaiserlichen Leibgarde gewesen sein. In der Kunstgeschichte wird Sebastians Martyrium häufig dargestellt: An einen Baum gebunden und von zahlreichen Pfeilen durchbohrt. So wirkt es vielleicht etwas makaber, dass Sebastian gerade von vielen Schützenbruderschaften als Patron verehrt wird. Aber wahrscheinlich geht es dabei eher um seine vorbildliche Standfestigkeit im Glauben. Sein Grab wird seit dem 4. Jahrhundert an der Via Appia in Rom verehrt, die Basilika San Sebastiano gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms, die von den Gläubigen vor allem während eines „Heiligen Jahres“ aufgesucht werden.

Mit der Ausweitung des römischen Imperiums hatten aus den eroberten Gebieten eine ganze Reihe von Gottheiten und unterschiedlichen religiösen Kulten ihren Platz neben den „klassischen“ römischen Göttern gefunden. Mit dem Gott der Juden und Christen hat das nie geklappt. Warum? Weil sie sich an die wichtigste Spielregel nicht halten konnten: Alles war erlaubt, solange den Göttern und dem als Gottheit verehrten Kaiser geopfert wurde. Und das konnten sie nicht mitmachen. Für die Juden endete das in der Katastrophe der Zerstörung Jerusalems und des Tempels, über die Christen brachen immer neue Wellen der Verfolgung hinein. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ – In dieser eifersüchtig wirkenden Forderung der Zehn Gebote liegt für manche heutige Kritiker der Ursprung religiöser Intoleranz. Aber das ist Unsinn, denn dieses Gebot ist eine enorme Entlastung: Die Dinge sind nur Dinge, Menschen sind nur Menschen. Nichts ist so wichtig, so groß und so bedeutsam, als dass ich mich vor ihm endlos klein machen müsste. Keine Macht ist absolut, Ruhm ist vergänglich.
„Schenke auch uns den Geist der Stärke, damit wir dir mehr gehorchen als den Menschen!“, das ist der entscheidende Satz aus dem Tagesgebet am Fest des hl. Sebastian und darauf kommt es an. Dass dieser Geist der Stärke in uns immer mehr zunimmt, das möchte ich uns wünschen!

Donnerstag, 16. Januar 2014

17. Januar: "Fickeltünnes" - Antonius und die Schweine

Die Kirche kennt im Wesentlichen zwei Formen des Mönchtums: Einmal die in Gemeinschaft nach einer Ordensregel lebenden Mönche, als ihr „Vater“ gilt der hl. Benedikt. In unserer Gegend etwas weniger bekannt sind die Mönche, die nach dem Ideal der frühchristlichen Einsiedler leben, hier und da erinnern allerdings auch bei uns noch sog. „Klausenkapellen“ an diese älteste Form des Mönchtums und man kann z.B. die Kartäuser etwas mit ihnen vergleichen. Seinen Ursprung hat dieses sog. Anachoretentum in der Wüste Ägyptens. Als ihr Ideal gilt der heilige Antonius. Er hörte das Evangelium vom reichen Jüngling und verstand es als Anruf an ihn: Er verließ Elternhaus und Besitz und zog sich in die Wüste zurück, wohin ihm alsbald viele nachfolgten. Immer wieder wurde er von ratsuchenden Menschen aufgesucht, so dass man ihn „Arzt von Ägypten“ nannte. Hochbetagt starb Antonius um das Jahr 356.


„Fickeltünnes“ wird Antonius im Volksmund genannt und so zeigt ihn auch unser Bild aus der St. Antoniuskirche im sauerländischen Marmecke mit einem Schwein an seiner Seite. Wurde Antonius auch als Patron gegen Tierseuchen verehrt, so bezieht es sich doch auf ein Privileg des Antoniterordens, für seine Armenfürsorge seine Schweine frei im Ort weiden lassen zu dürfen. Dieses „Antoniusschwein“, dessen Kennzeichen ein Glöckchen war, durfte frei im Ort  herumlaufen und wurde am 17. Januar geschlachtet, sein Fleisch wurde dann kostenlos an die Armen verteilt. An diesem Tag brauchten auch früher in Italien die Tiere nicht arbeiten und noch heute werden an diesem Tag in Rom die Haustiere gesegnet. – Ist das nicht ein wunderschöner Gedanke, ein arbeitsfreier Tag für Tiere?
Von Antonius wird ein Spruch überliefert: "Mein Buch ist die Natur mit allen Kreaturen; dieses Buch ist immer bei mir, vor mir, und um mich; und wenn ich es zu lesen anfange, so lese ich darin die Worte des Allmächtigen Gottes."
Nein, ich bin wahrlich kein Vegetarier, aber angesichts von Massentierhaltung, industrieller Schlachtung, Nahrungsmittelskandalen und der Ergebnisse des neulich veröffentlichten "Fleischatlas" sollten wir doch dringend ins Nachdenken über unser Konsumverhalten kommen.
Der heilige Antonius kann uns daran erinnern, die Natur neu zu sehen und wahrzunehmen, sie als Schöpfung Gottes zu achten und zu bewahren!





Montag, 13. Januar 2014

Es geht voran!

Da sage noch mal jemand, die Städte im Ruhrgebiet würden nicht in ihre marode Infrastruktur investieren: Seit heute morgen gibt es völlig überraschend 30 m neuen Bürgersteig vorm Haus. Einfach so. Wer sich das wohl ausgedacht hat...?

Freitag, 10. Januar 2014

Katerträume...

Nach so viel Kirchen(innenpolitik)-Gedöns heute mal etwas Schönes:





ICH

Morgengedanken: Sind euch, liebe Leserinnen und Leser, auch schon Menschen begegnet, die ihren Namen in Emails und anderen Schriftstücken immer groß schreiben, also z.B. "Viele Grüße, NEPOMUK"? - Ich finds penetrant.
Was wollen uns diese Menschen damit wohl sagen? Oder, spitz gefragt, welche Größe fehlt ihnen, dass sie schon ihren Namen immer GROSS schreiben müssen? Da muss doch etwas anderes sehr, sehr klein sein. Oder ist man so von sich überzeugt, dass man gar nicht anders kann als seinen Namen groß zu schreiben, weil man seiner umfassenden Persönlichkeit sonst nicht anders Raum geben könnte? - "Die anderen bewundern mich, Du solltest es auch tun!"...
Man weiß es nicht und will es auch gar nicht. Aber wenn man etwas mehr mit ihnen zu tun hat, merkt man, dass "ICH" auch immer groß geschrieben wird, zumindest im übertragenen Sinne. Manchmal wundert man sich.

Montag, 6. Januar 2014

Der Papst schafft die Prälaten ab!

Als ich das las, dachte ich zuerst "Oh, dann wird's aber demnächst trist beim alljährlichen Liborischaulaufen". Aber es geht doch etwas tiefer. Ich verstehe Franziskus einfach nicht: Wie jemand, der laufend über seine Familie herzieht, demütigt er immer wieder mit viel Energie die Wohlmeinenden.
Nun ist der Prälatentitel zwar nicht biblisch, aber ja auch nicht unbedingt eine Brutstätte des von Franziskus so bekämpften Karrierismus und der Eitelkeit des Klerus, sondern häufig ganz sachlich mit bestimmten Aufgaben und Funktionen in einem Bistum und seiner Verwaltung verbunden. So werden doch meist Domkapitulare und Hauptabteilungsleiter im Generalvikariat Prälaten oder auch Leiter von Priesterseminaren oder Akademien. Alles ganz normal und normalerweise auch uneitel. Wenn ich früher im Priesterseminar morgens um halb sieben vor der Messe schon einmal Richtung Orgel ging und dabei einen im Priesterseminar wohnenden Prälaten auf dem Flur traf und ihn korrekt mit "Guten Morgen Herr Prälat!" begrüßte, meinte er meist nur lächelnd "40 Tage Ablass für den Organisten!". Morgens um diese Zeit sind eben auch die meisten Prälaten noch Menschen. Hoffentlich den Rest des Tages dann auch noch... Natürlich gab und gibt es immer die arroganten selbstverliebten Ausnahmen. Aber die gibt es auch in der als vermeintliche Demut getarnten Eitelkeit des "Das habe ich doch nicht nötig...". Solche Narzissten finde ich noch unerträglicher, weil sie in ihren "Heldengeschichten" meist auch eine Atmosphäre der moralinsauren Betroffenheitsbesserwisserei verbreiten. - Eitelkeit und Karrierismus ist eine Frage des Charakters und nicht des Titels!
Weitergesponnen: Wenn Franziskus gegen Eitelkeit und Karrierismus im Klerus kämpfen will, dann müsste er konsequenterweise ja auch die "Neue Messe" mit ihren unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten abschaffen. Wie kann man sich doch herrlich darstellen und präsentieren, wenn man hier und da noch das eine oder andere übers Mikrofon zum Besten geben kann. Das gilt allerdings genauso auch für Laien. Vielleicht wäre die Abschaffung von Mikrofonen ein erster Schritt...
Und überhaupt: Was die Eitelkeit und den Karrierismus bei uns Laien angeht, hätte der Papst vor allem hier in Deutschland richtig was zu tun. Aber da wird er nicht rangehen, eher schafft er sich selbst ab.
Aber das macht er wahrscheinlich eh'...
UPDATE: "Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben!" - Aber was mir bei längerem Nachdenken doch an der Entscheidung von Franziskus gefällt, ist, dass es damit wohl keinen Titelautomatismus mehr gibt. Trotzdem nerven mich die süffisanten Bescheidenheitsnarzissten immer noch mehr als die menschlich schwächelnden Mozettaträger, die wenigstens die Größe haben zu sagen, dass sie diese gern tragen!

Freitag, 3. Januar 2014

Weihnachten früher...

Zwei seltene historische Fotos: Die Weihnachtskrippe in St. Kamillentee zwischen 1950 und 1960:

 

Dann kam der Aufbruch. Und damit auch das Ende dieser grandiosen Inszenierung...