Sonntag, 31. August 2014

Sonntagsgrusel...

"Das Papsttum ist der größte Ausdruck kirchlichen Triumphalismus!" tönte der altmodernistische Pensionärssubsidiar in seiner Predigt in der Nachbarpfarrei von St. Kamillentee. Soso...
Ich hingegen war im Konventamt des benachbarten Klosters. Höhepunkt war, dass eine ältere Dame kurz vor der Kommunion kollabierte. Eigentlich hätte ihr das schon während der Predigt passieren müssen, denn eine solch endlose Aneinanderreihung von freiem Phrasengedresche habe ich schon lange nicht mehr gehört. Dazu Gregorianik aus der Leierkiste.
Grusel und Tristesse auf weitem Feld...

Update: Was hilft da eigentlich? Ich habe es ausprobiert: Gut essen, Sport, Grappa und der ewig gültige Satz von Willi V.: "Ist doch eh' alles Scheisse..."
Dann wird es ganz erträglich...

Donnerstag, 28. August 2014

Seltsam im Nebel zu wandern...

So ist es frei nach Hermann Hesse nicht nur im echten Leben, sondern auch beim Bergwandern. Und manches ist eben eine echte Gratwanderung. Auch wie im echten Leben...

Jedenfalls sind wir heile und wohlbehalten wieder zurück und die "Blogruhe" ist zuende!

Dienstag, 19. August 2014

Sonntag, 17. August 2014

Es wird Herbst...

... auch im Garten. Und irgendwie passt das Wetter zur Stimmung...

Jetzt reifen schon die roten Berberitzen,
alternde Astern atmen schwach im Beet.
Wer jetzt nicht reich ist, da der Sommer geht,
wird immer warten und sich nie besitzen.


Wer jetzt nicht seine Augen schließen kann,
gewiß, daß eine Fülle von Gesichten
in ihm nur wartet bis die Nacht begann,
um sich in seinem Dunkel aufzurichten: -
der ist vergangen wie ein alter Mann.


Dem kommt nichts mehr, dem stößt kein Tag mehr zu,
und alles lügt ihn an, was ihm geschieht;
auch du, mein Gott. Und wie ein Stein bist du,
welcher ihn täglich in die Tiefe zieht.


(Rainer Maria Rilke)





Samstag, 16. August 2014

16. August: Stephan von Ungarn: Die Kirche kennt nur römische Katholiken

Zum heutigen Tag habe einmal wieder in den "Erinnerungen" von Josef Kardinal Mindszenty nachgeschaut. Sie sind immer wieder erschütternd zu lesen. Er war nicht nur von Nazis und Kommunisten eingekerkert, sondern auch Opfer der vatikanischen Ostpolitik. Als er noch in Mariazell beigesetzt war, habe ich einmal sein Grab besucht.

1948 schreibt er in einer Erklärung:
"Die Kirche kennt weder links- noch rechtsgerichtete Katholiken, sondern nur römische Katholiken, die ein und denselben Glauben bekennen, nach den gleichen Gesetzen leben, dieselben Sakramente empfangen und die geistige Leitung der in Eintracht mit dem Lehramt des Papstes, des Stellvertreters Jesu Christi auf Erden, lebenden Bischöfe bereitwillig respektieren."

Darüber wollen wir heute mal ein wenig nachdenken...

Donnerstag, 14. August 2014

15. August: Die Engel helfen beim Singen

Dass die Gottesmutter Maria nach ihrem Tod mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, ist eigentlich schon immer geglaubt worden, doch erst Papst Pius XII. hat es im Heiligen Jahr 1950 als Dogma, d.h. als allgemein verbindlichen Glaubenssatz definiert. Beim Wort „Dogma“ sind wir heute meist etwas kritisch, aber gerade die Entstehung dieses Dogmas zeigt, dass der Papst eben nicht willkürlich etwas festlegt was dann alle zu glauben haben, sondern dass von ihm lediglich feierlich bestätigt wird, was schon immer zum allgemeinen Glaubensgut gehört hat. Das Fest „Mariä Himmelfahrt“, wie es kurz genannt wird, weist eine lange Tradition von Volksfrömmigkeit und Brauchtum auf, das schönste ist vielleicht die Segnung der gesammelten Kräuter am heutigen Tag, ein Brauch, der auch im Bewusstsein unserer Verantwortung für die Schöpfung seit einigen Jahren in vielen Gemeinden wieder neu belebt wird.
Unser Bild zeigt die Marienfigur in der Kapelle unseres Marien-Hospitals in Witten.
 
 
„Maria significat ecclesiam – Was über Maria gesagt wird, gilt auch von der Kirche“ lautet ein wichtiger Satz der Theologie, d.h. für das Fest Mariä Himmelfahrt, dass auch schon die Kirche, also jeder von uns, Anteil an dieser Aufnahme in den Himmel hat. Nur, wie kann ich das denn in den Niederungen meines Alltags erleben? Im katholischen und orthodoxen Verständnis des Gottesdienstes bedeutet Liturgie nicht nur eine erbaulich-pädagogische Versammlung der Gemeinde, sondern ganz wesenhaft Anteil an der göttlichen Liturgie der Engel und Heiligen. Wir beten das in jeder Präfation der hl. Messe, wenn es dort heißt: „Wir singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.“ Wenn wir das ernst nehmen, hat es etwas sehr Tröstliches: Über die häufig bedenklich leeren Kirchenbänke und den dünnen Gesang helfen uns die Engel und Heiligen hinweg. Dass Gottesdienst gelingt, liegt also gar nicht so sehr an unserem Tun. Gott handelt zuerst und die Engel und Heiligen sind dabei. Dabei ist die Perspektive klar, nämlich einmal mit Leib und Seele zu Gott zu gelangen. - Wäre nicht dieses Fest ein Motiv wieder einmal öfter zur Kirche zu gehen? Wo sonst kann man so schön einstimmen in den himmlischen Lobgesang? Probieren Sie es doch vielleicht wieder einmal aus, die Engel werden Ihnen schon beim Singen helfen!

Sonntag, 10. August 2014

Laurentius, die Cranger Kirmes und der Reichtum der Kirche

Der heilige Laurentius, liebe Leserinnen und Leser, ist nicht nur einer der berühmtesten römischen Märtyrer, sondern gerade den Wanne-Eickelern in besonderer Weise nahe, war doch die Kapelle in Haus Crange ursprünglich nach ihm benannt, woran die heutige Pfarrkirche St. Laurentius in Wanne immer noch erinnert, und, was wohl für manchen noch viel entscheidender ist: Ohne das Fest des heiligen Laurentius gäbe es die Cranger Kirmes nicht!
Der Diakon Laurentius erlitt das Martyrium unter Kaiser Valerian, wahrscheinlich am 10. August 258. Nach der schon Ambrosius im 4. Jhdt. bekannten dramatischen Leidensgeschichte wurde er auf einem Rost zu Tode gebraten. Die Basilika über seinem Grab an der Via Tiburtina ist eine der sieben Hauptkirchen von Rom.
Unser Bild zeigt die Figur des heiligen Laurentius über dem Seiteneingang der St. Laurentius-Kirche in Wanne.
 
„Die Kirche ist ja so reich!“ – Diesen Satz höre ich zuweilen in Gesprächen. Das stimmt und stimmt auch wieder nicht, vergleichen wir doch nur einmal den Besitz der Kirche mit den täglichen Rüstungsausgaben. Sicherlich ist der Kirche im Laufe der Zeit Besitz zugewachsen, häufig jedoch als fromme Stiftung, zur Ehre Gottes oder zur Verschönerung der Liturgie. Diesen darf und sollte man nicht antasten, aber es gibt ja auch noch anderes was nun nicht gerade direkt mit dem Auftrag der Kirche zu tun hat. Die Kirche sollte ihr Verhältnis zu Reichtum und Besitz durchaus kritisch überprüfen.
Seltsam ist aber doch, dass wenn Papst Benedikt XVI. das in seiner Freiburger Rede „Verweltlichung“ der Kirche nennt, wird er gnadenlos verrissen, wenn sein Nachfolger seine alten Schuhe anbehält, finden das alle super toll. Verrückte Welt!
Vom heiligen Laurentius wird eine nachdenkliche Geschichte überliefert: Als Kaiser Valerian ihn zwingen wollte, die Schätze der Kirche herauszugeben, holte Laurentius alle Armen und Bettler der Stadt Rom zusammen und präsentierte sie dem Kaiser als die wahren Schätze der Kirche.
Da ist etwas dran: Die wahren Schätze der Kirche sind die Menschen und im Besonderen die Armen und Bettler. Niemand ist zu gering vor Gott, als dass er ihn nicht annehmen würde, niemand ist zu gering, als dass er nicht seinen Platz in der Kirche hätte. Egal wie nahe oder fern Sie dem Glauben und der Kirche sind, egal wie wenig Sie meinen an Leistungen vorweisen zu können: Sie sind ein Schatz der Kirche!

Sonntag, 3. August 2014

Komm zur Ruhr - auch wenn es hügelig ist!

Heute mal wieder aus der Serie "Komm zur Ruhr" eine etwas anstrengende, weil sehr hügelige Radtour. Dafür wird man aber mit tollen Ausblicken belohnt.
Über den "Kleff" ist man schnell oberhalb der Ruhr:

 
 
Dann kommt man nach dem Wechsel über die Lakebrücke auf das andere Ruhrufer im etwas beschwerlichen Anstieg zur alten Herbeder Kirche, heute leider evangelisch. Die Ersterwähnung dieses Ortes findet sich in der Translatio der Gebeine des hl. Alexander von Rom nach Wildeshausen im Jahre 851. Die Kirche ist im Turmuntergeschoß romanisch, das Langhaus ist aus dem frühen 19. Jhdt. Anstelle von Kriegsschäden gab es hier eine Renovierung der 1960er Jahre... 

 
Der letzte Berg vor dem Ruhrgebiet. Man sieht weit ins Ruhrgebiet hinein, u.a. die Ruhr-Uni Bochum und das Einkaufscenter Ruhr-Park:

 
In die andere Richtung schaut man ins Bergische Land bis zum Sender Langenberg:

 
Heute kennen gelernt:

 
Bei der Wärme kehrt man beim Abstieg von den Ruhrhöhen in die angenehmen Temperaturen des Stadtforstes Muttental ein:

  
Vorbei an der sagenumwobenen Ruine Burg Hardenstein:

 
und den frühen Zeugen des Ruhrbergbaus:

 
geht es über die Nachtigalbrücke wieder zurück:


Allen einen schönen Sonntag!