Samstag, 27. September 2014

Erntezeit


Erntezeit.
Bei der ganzen aktuellen vollmundigen Instrumentalisierung von Armut und Barmherzigkeit in unserer Kirche möchte man gar nichts mehr zum heutigen Gedenktag des hl. Vinzenz von Paul schreiben. Schade eigentlich. Aber irgendwann ist man einfach nur müde und überdrüssig des ganzen Aufbruchgeschwätzes.
Erntezeit.
Entscheidend ist, was hinterher im Korb ist.

Freitag, 19. September 2014

Morgenstimmung...

Mit dem stimmungsvollen Blick auf Rathaus, Stahlwerk und St. Kamillentee allen einen guten Start in den Tag!

Montag, 15. September 2014

15. September: Perspektive "Himmelsglanz"

Die Verehrung der „Sieben Schmerzen Mariens“ ist im Zusammenhang mit dem vorausgehenden Fest Kreuzerhöhung und der mittelalterlichen Passionsfrömmigkeit zu verstehen. In Deutschland wurde das Fest vereinzelt im 15. Jahrhundert gefeiert, so in Köln und Erfurt, dort findet sich übrigens auch eine der ältesten Pieta-Figuren, also die Darstellung Mariens die ihren toten Sohn betrauert. 1667 wurde die Feier des Festes dem Servitenorden gestattet, 1814 von Pius VII. allgemein eingeführt. Als „Sieben Schmerzen Mariens“ werden bezeichnet: 1. die Weissagung Simeons, ihr werde „ein Schwert durch die Seele dringen“; 2. die Flucht nach Ägypten; 3. das dreitägige Suchen nach Jesus bei der Wallfahrt nach Jerusalem; 4. der Weg nach Golgota; 5. die Kreuzigung Jesu; 6. die Abnahme Jesu vom Kreuz; 7. die Grablegung Jesu.
Unser Bild zeigt das Gnadenbild im Kloster Stiepel.
Am heutigen Fest ist in der Liturgie eine Sequenz vorgesehen. Sequenzen sind besondere zum Festgeheimnis passende Gesänge, die an einigen wenigen Tagen im Jahr vor dem Evangelium gesungen werden. So gibt es eine Oster-, Pfingst- und Fronleichnamssequenz, oder das düster-hoffnungsvolle „Dies irae“ des Requiems. Heute beginnt die Sequenz mit den Worten „Stabat mater“ und besingt das Stehen Marias unter dem Kreuz ihres Sohnes. Die Verfasserschaft dieser Sequenz ist ungeklärt, sie läßt sich aber bis ins hohe Mittelalter zurückverfolgen. Viele berühmte Komponisten haben sie vertont, so z.B. Palestrina, Bach, Dvorak, Verdi oder in jüngster Zeit Arvo Pärt.
Edith Stein, die hl. Theresia Benedicta a cruce, hat an Karfreitag 1935 über die Textzeile „Iuxta crucem tecum stare“ ein Mariengebet geschrieben, aus dem ich heute einen Ausschnitt wiedergeben möchte:

„Heut hab’ ich unterm Kreuz mit Dir gestanden und hab’ so deutlich wie noch nie empfunden, dass unterm Kreuz Du unsre Mutter worden. (…) Du kennst uns alle: unsre Wunden, unsre Schäden, kennst auch den Himmelsglanz, den Deines Sohnes Liebe um uns ergießen möchte in der ew’gen Klarheit. So lenkst Du sorgsam unsre Schritte. Kein Preis ist Dir zu hoch, um uns ans Ziel zu führen (…)“

In den dunklen Stunden unseres Lebens dürfen wir uns mit Maria unter das Kreuz Christi stellen. Wir dürfen uns trösten mit dem Blick auf das Kreuz: Der Herr geht auch die Wege des Leidens mit uns, denn er ist sie selbst gegangen. Er lässt uns nicht allein. Er hat Leiden und Kreuz überwunden und damit auch uns eine Perspektive eröffnet: „Himmelsglanz.“

Donnerstag, 11. September 2014

Mariä Namen: Das war knapp...

Es wäre reichlich knapp geworden für das christliche Abendland, liebe Leserinnen und Leser, hätten nicht am 12. September 1683 die vereinigten Truppen des Heiligen Römischen Reiches, Polen-Litauens und des Kirchenstaates in der Schlacht am Kahlenberg das türkische Heer besiegt und damit die Belagerung Wiens beendet.
Über Jahrhunderte hatten die Menschen des südlichen Mitteleuropas und Südosteuropas unter den Türkeneinfällen gelitten, die plündernd und mordend Städte und Dörfer überfielen und die Einwohner verschleppten und versklavten. Unser Bild aus der Wallfahrtskirche Maria Luggau in Kärnten erinnert noch heute daran:
 
 
Nur als Randbemerkung: Wie sich die Dinge doch gleichen: Diese Inschrift könnte ähnlich auch heute in einer Kirche in Mossul oder sonstwo im Irak und in Syrien stehen. Wenn es denn dort noch Christen gäbe und eine Kirche in der man sie anbringen könnte.
Und? Hat diese Religion seit dieser Zeit etwas hinzugelernt? So wie es heute scheint eher nicht. Fehler einzugestehen scheint keine Stärke des Islam zu sein. Vielleicht weil er selbst einer ist. - Seltsam eigentlich, dass sich die Kirche heute noch für die Kreuzzüge entschuldigt, hat denn schon einmal jemand aus dem osmanischen Nachfolgestaat sein Bedauern über die Opfer der türkischen Expansionspolitik zum Ausdruck gebracht? Wohl kaum. Dafür träumt der heutige türkische Präsident vom neuen osmanischen Großreich. Man frage dazu nur mal die Griechen oder die Serben. Oder die Armenier…
Mit der Schlacht am Kahlenberg war der Vormarsch des Islam in Europa erst einmal zurückgedrängt. Damals wurde dem christlichen Heer das Banner mit der Schutzmantelmadonna vorangetragen. Papst Innozenz XI. führte das Fest der Namensgebung Mariens, vier Tage nach ihrem Geburtsfest, als Dank für diesen Sieg für die ganze Kirche ein.
Im Tagesgebet des heutigen Festes wird Maria ein „Zeichen der Hoffnung“ genannt. Aber, so kann man fragen, Hoffnung auf was denn? Auf einen militärischen Sieg wie damals vor Wien? Das liegt uns heute fern, zu viele sind mit einem „Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss sinnlos in den Krieg gezogen. Dennoch, das zeigen uns die aktuellen Krisen in der Welt, kann der Einsatz militärischer Mittel unter bestimmten Umständen moralisch gerechtfertigt, ja sogar geboten sein.
Ich glaube, dass mit Maria als „Zeichen der Hoffnung“ vor allem gemeint ist, dass es eine Hoffnung darauf gibt, dass nicht das Böse, die Gewalt, der Irrtum und das Unrecht endgültig die Oberhand behalten, sondern dass letztlich das Gute siegt. Und dass es einen Sinn hat, in Not und Gefahr seine Zuflucht bei Gott und seinen Heiligen zu suchen. Mit allem was uns heute an inneren und äußeren Gefahren bedrängt können wir zu Gott kommen, es vertrauensvoll in seine Hände legen. Und dabei ganz siegessicher sein.

Theologie ist nicht so wichtig...

"Ob das jetzt theologisch alles so stimmt, weiß ich nicht. Aber das ist auch nicht so wichtig", meinte der durchaus sympathische Referent bei der Fortbildung zum Thema Sakramentenkatechese. - Soso.

Noch ein Mosaiksteinchen...

Donnerstag, 4. September 2014

Gänseparade...

Als ich heute zwischen Wetter und Hagen diese schöne Begegnung hatte, fiel mir eine Erzählung von Sören Kierkegaard wieder ein:


„Die Christen leben wie Gänse auf einem Hof. An jedem siebten Tag wird eine Parade abgehalten, und der beredsame Gänserich steht auf dem Gatter und schnattert über die Wunder der Gänse, erzählt von den Taten der Vorfahren, die einst zu fliegen wagten und lobt die Barmherzigkeit des Schöpfers, der den Gänsen Flügel und den Instinkt zum Fliegen gab. Die Gänse sind tief gerührt, senken in Ergriffenheit die Köpfe und loben die Predigt und den beredten Gänserich. Aber das ist auch alles. Eines tun sie nicht – sie fliegen nicht; sie gehen zum Mittagsmahl. Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut, und der Hof ist sicher.“

Vielleicht gibt es das ja heute auch, nur mit dem Unterschied, dass nur noch wenige Gänse zur Parade kommen und nicht mehr jeder Hof einen eigenen Gänserich hat. Die Parade aber wird in mehreren strukturierten Workshops von der Gänsebasis vorbereitet und das Paradenkonzept muss vom Chefgänserich genehmigt werden. Bis das alles durch ist, ist dann eh‘ St. Martin…