Freitag, 25. Dezember 2015

Frohe Weihnachten!

 
Allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
Schenken wir uns das Aneinander-Denken!

Sonntag, 20. Dezember 2015

Vorankündigung: Herzliche Einladung zum Weihnachtskonzert!


Und wer sich von der erwartungsgemäß freudlosen Liturgie nicht abhalten lässt, kann schon um 11.00 Uhr im Hochamt einen Teil des Programms hören!

Samstag, 19. Dezember 2015

Zum 4. Advent!

Mit einer Leseprobe aus dem sehr empfehlenswerten neuen Weihnachtsbuch "weil in der Herberge kein Platz für sie war" von Pfarrer Bernd Mönkebüscher, allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs einen schönen und gesegneten 4. Advent!

Jeder fünfte möchte Weihnachten abschaffen!
(Westfälischer Anzeiger Dezember 2009) ...
Zählen Sie auch dazu?
Sehen Sie sich auch unter Druck gesetzt
und fürchten sich vor Streit und vor dicker Luft?
Ich möchte Weihnachten nicht abschaffen,
ich möchte es feiern.
Mir würde etwas fehlen ohne dieses Fest.
Mir fehlten:
Erinnerungen, Lieder, Geschichten,
Bilder, Gerüche, Überraschungen,
Lichter, Freundlichkeiten und Besuche.
Manchmal bin ich mir nicht sicher,
ob meine Art, Weihnachten zu feiern,
Christus wirklich bei mir ankommen lässt
und Ihm Hand und Fuß verleiht.
Aber ich bin mir auch nicht sicher,
ob Ihm ein abgeschafftes Weihnachten mehr dienen würde.
Nein, ich möchte Weihnachten nicht abschaffen,
ich möchte es so feiern,
dass es mit Christus zu tun hat.
Dann macht es mir keinen Druck –
und wenn es dicke Luft gibt,
dann ist es wie im Stall von Bethlehem,
wo die Luft sicher auch nicht dünn und klar war.
Ich möchte Weihnachten feiern
mit all den Erinnerungen,
mit Wehmut und mit einem Gefühl von Erfüllung.
Ja, mir würde etwas fehlen ohne dieses Fest:
mir würde der Glaube fehlen,
dass in Christus Himmel und Erde
zusammen kommen,
dass in der Menschen zerbrechliches Fleisch
Gott wohnen will.

Sonntag, 29. November 2015

Stinksauer.

Heute wollten wir mit der Choralschola singen, angekündigt im Jahresprogramm und wochenlang geprobt. Drei Minuten vor Beginn ein Anruf des Zelebranten: Introitus fällt weg, weil es ja eh keiner verstehe, Kyrie auch, da bedient man sich selbstformulierter Texte. Wir haben daraufhin alles abgesagt, denn wir möchten ja niemanden mit unserem Gesang belästigen. Wohlgemerkt: Es geht mir nicht um den Choral, das hätte Jugendband und Gospelchor genauso treffen können. Nein, dieser autoritär-gutsherrliche liturgische Klerikalfaschismus im freudlos grauen Gewand des narzisstisch-frustrierten pensioniert-progressiven Salonrevolutionärs ist einfach nur traurig. Und wenn das der gleichzeitig predigtmässig penetrant beschwore "Konzilsgeist" ist, dann verzichte ich gerne, gehe nach Hause und mache mir ein Bier auf...

Samstag, 28. November 2015

Sonntag, 18. Oktober 2015

18. Oktober: "Haben Sie eine Bibel?"

„Haben Sie eine Bibel? – Lesen Sie auch darin?“ Diese Frage wird einem meist von eifrigen Sektenmitgliedern samstags morgens an der Haustür gestellt und es kostet etwas Mühe diese armen Menschen einigermaßen höflich wieder los zu werden. Aber abgesehen von diesen angstbesetzten Missionsversuchen stellt sich schon die Frage, zumal heute am Tag des Evangelisten Lukas, inwieweit denn die Bibel in meinem Leben eine Rolle spielt.
Ich glaube, dass man zwei Missverständnissen erliegen kann: Das erste ist, die Bibel als mehr oder weniger gelungene Ansammlung von Märchengeschichten aus alter Zeit abzutun. Das zweite Missverständnis ist zu meinen, mit der Bibel ließen sich alle Probleme lösen, so wie es häufig evangelikal-biblizistische Gruppen oder die Koranverteiler von ihrem heiligen Buch meinen. Beides wird der Bibel nicht gerecht: In der Bibel erzählen Menschen ihre Erfahrungen mit Gott und tun dies häufig in Bildern und Geschichten. Und deshalb sind die Geschichten in der Bibel wahr, weil die Erfahrungen der Menschen wahr sind. Gleichzeitig hilft Gott den Menschen, diese Erfahrungen erzählen zu können, das nennt man dann „Inspiration“ und das macht die Bibel zum „heiligen Buch“. Aber ganz anders als es die Fundamentalisten befürchten, nimmt es der Bibel nichts an Heiligkeit, wenn man sie redaktionell und literaturwissenschaftlich untersucht. Insofern ist das Christentum eben auch keine „Buchreligion“, denn es gilt „Das Wort ist Fleisch geworden“ und nicht „Buch“. Und deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn die Bibel eben nicht auf alle Fragen eine Antwort hat, oder auch manche Antwortversuche zeitbedingt und widersprüchlich sind. Trotzdem lohnt es sich, sein Leben an ihr auszurichten, denn, auch wenn die Offenbarung im strengen Sinne abgeschlossen ist, so geht doch die Geschichte Gottes mit den Menschen täglich weiter. Die Geschichte eines jeden von uns mit Gott.

Freitag, 9. Oktober 2015

Ein ganz aktueller Tagesheiliger

„Gib, dass wir über dem Irdischen stehen und keine Verfolgung fürchten, sondern im Leben und Sterben auf dich schauen.“ heißt es heute im Tagesgebet vom hl. Dionysius. - Wer hätte gedacht, dass das für so viele Christen unserer Tage einmal zutreffen würde?
Vielleicht kann man diese verfolgten Schwestern und Brüder heute besonders ins Gebet einschließen.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Kloster Dalheim - sehenswert!

Teamausflug ins Kloster Dalheim im Kreis Paderborn: Die Sonderausstellung "Die 7 Todsünden" ist recht interessant. Absolut sehenswert ist aber die beeindruckend restaurierte ehemalige Klosteranlage der Augustiner-Chorherren:









Donnerstag, 24. September 2015

Zum Tage: Plaudite tympana!

Zum Tage: Den Hymnus gibt es zusammen mit der "Missa Salisburgensis" in einer wunderbaren Einspielung von 1974 unter der Gesamtleitung von P. Ireneu Segarra. Vielleicht gibt es LP/CD noch antiquarisch. Empfehlung!
 


Weihrauch statt Wollknäuel

Eine schöne Idee aus dem Bistum Essen:

Donnerstag, 10. September 2015

Caritas-Ausstellung in Paderborn und ein kurzer Rundgang

Gestern hatte ich wieder einmal dienstlich in Paderborn zu tun und habe die Gelegenheit genutzt, die aktuelle Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum anzusehen. Es geht um die Caritas, also die christliche Nächstenliebe. Die Ausstellung führt von den Anfängen der frühen Christen - mit einer der ältesten Abschriften des 1. Korintherbriefs - über die klösterliche Armenfürsorge, die Hospitäler in den Städten des Mittelalters, die hl. Elisabeth und Nikolaus von Kues. die soziale Not der Industrialisierung bis in die Moderne. Gerade die dort gezeigte Foto- und Videokunst hinterläßt nachhaltigen Eindruck. Passend zum 100-jährigen Jubiläum des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn kann ich einen Besuch der Ausstellung sehr empfehlen!
Und da das Wetter so gut war, kann man die nicht ganz so mit Paderborn vertrauten Leserinnen und Leser (soll es ja geben) auf einen kurzen Gang durch die Stadt mitnehmen:
Wir beginnen im Liborianum, dem ehemaligen von Fürstbischof Ferdinand II. von Fürstenberg gestifteten Kapuzinerkloster. 1683 wurde die Kirche vollendet, ein Werk des Ambrosius von Oelde. Nach der Säkularisation war hier bis 1979 ein Knabenseminar, heute ist das Liborianum Bildungshaus des Erzbistum Paderborn.
Der heute einheitlich wirkende barocke Raum war im Krieg bis auf die Außenmauern zerstört, die Einrichtung wurde aus verschiedenen Kirchen zusammengetragen, so stammt z.B. der Hochaltar aus Schildesche bei Bielefeld. Aber alles fügt sich sehr schön zusammen:


Ein kurzer Abstecher führt zur Busdorfkirche am Ostrand der Altstadt. Das ehemalige Kollegiatsstift St. Petrus und Andreas hatte Bischof Meinwerk 1036 zunächst als freie Nachbildung der Grabeskirche zu Jerusalem errichten lassen, die heutige Gestalt der Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Weg dorthin kommen wir links am Kolpingforum (für Auswärtige die nach Paderborn kommen als Hotel zu empfehlen) und rechts am Mutterhaus der Paderborner Vinzentinerinnen vorbei:
Die Busdorfkirche hat ihren Kreuzgang bewahren können, ein wunderschöner ruhiger Ort:



Die wertvollsten Ausstattungsstücke sind ein aus dem Dom stammender siebenarmiger Bronzeleuchter aus dem 13. Jahrhundert und ein reich verziertes spätgotisches Sakramentshaus:
So hat dann die Jerusalemkirche Bischof Meinwerks ausgesehen:
Auf dem Weg zum Diözesanmuseum machen wir einen kurzen Abstecher durch den Dom und gehen durch die kleine Pforte zwischen Dom und Generalvikariat unter dem Kapitelssaal hinein:

 
Vorbei am hochgotischen Querhaus, dem sog. "Hasenkamp"...
 ... durch das Seitenschiff auf das Grabmal Dietrich von Fürstenbergs zu, des großen Paderborner Bischofs der katholischen Reform. Wenn wir jetzt rechts durch die rote Pforte hinaus gehen würden, kämen wir zur Kaiserpfalz und Bartolomäuskapelle: 
Ein Blick nach vorn und zurück...

  ... dann geht es durch das Paradiesportal hinaus:
 Beim Verlassen des Domes schauen wir auf die um 1180 errichtete Gaukirche St. Ulrich... 
 ... und noch einmal auf den Domturm...
 ... und dann geht es auch schon in die Ausstellung, denn der Termin für die Führung lag fest:
Vieles an Sehenswertem in Paderborn fehlt noch an dieser kleinen Fotostrecke, aber vielleicht weckt sie ja trotzdem Interesse an einem Besuch in der "felix paderae civitas"!

Samstag, 29. August 2015

Komm zur Ruhr! - und besuche profanierte Kapellen...

"Katholisch im Ruhrgebiet" heißt ja dieser leider immer recht vernachlässigte Blog, also passt es: Gestern waren wir einmal wieder am Schloß Steinhausen oberhalb des Muttentales, also dort, wo der Erzählung nach der berühmte Hirtenjunge die erste Kohle im Ruhrgebiet gefunden hat.
Die Kapelle von Steinhausen ist für die Katholiken unserer Stadt insofern wichtig, da sie der einzige Ort war, an dem von der Reformation bis ins 19. Jahrhundert die hl. Messe gefeiert wurde, waren doch die einstigen Schloßherren katholisch. Über viele Jahrzehnte war die Kapelle vernachlässigt und verschlossen.
Heute kann man hier standesamtlich heiraten, also quasi säkular mit "Kirchenatmosphäre". Das muß man nicht unbedingt toll finden, allerdings wird die Kapelle dadurch erhalten und von den Pächtern des sehr empfehlenswerten Restaurants recht liebevoll gepflegt. Außerdem heiraten die Paare im Angesicht des Kreuzes und eines Heilandes, der ein Herz für jeden Menschen hat. Das kann ja nicht schlecht sein.
Die heutige Ansicht ist das Ergebnis einer Renovierung im Geist des Historismus Anfang des 20. Jahrhunderts. Sehenswert!




 








Freitag, 28. August 2015

Zum Tage: Wie kommt der Mensch dazu, Gott zu lieben?

"Es gibt keinen, der nicht liebt. Nur fragt sich, was er liebt. Es wird also nicht von uns verlangt, das Lieben aufzugeben, sondern zu wählen, was wir lieben wollen. Doch was wählen wir, wenn wir nicht zuvor erwählt werden? Wir lieben ja auch nicht, wenn wir nicht zuvor geliebt wurden. Wenn du darüber nachdenkst, wie der Mensch dazu kommt, Gott zu lieben, findest du nur einen Grund: Gott hat ihn zuvor geliebt."

Augustinus (+430)

Donnerstag, 27. August 2015

27. August: Mütter und Kinder und das ewige Leben

Das oft wechselvolle Verhältnis zwischen Müttern und Kindern ist für uns häufig ein großes und belastendes Thema. Vielleicht tröstet es ein wenig, dass selbst große Gestalten wie der heilige Augustinus damit schon so ihre Schwierigkeiten hatten, jedem sei dazu die Lektüre seiner „Confessiones - Bekenntnisse“ wärmstens empfohlen.
Heute möchte ich daraus wiedergeben, was Augustinus über den Abschied von seiner Mutter erzählt, weil ich diese Geschichte sehr anrührend finde - und weil er mit seiner Mutter über Sterben und Tod reden kann, jeder der schon einmal versucht hat, mit seinen Eltern eine Patientenverfügung abzufassen, wird wissen, dass das kein einfaches Thema ist. Augustinus berichtet also:
„Der Tag kam, an dem Monika aus diesem Leben scheiden sollte; da geschah es, dass wir, sie und ich, allein beieinander standen, an ein Fenster gelehnt, von dem aus man in den Garten des Hauses schaute, in dem wir wohnten. Es war in Ostia am Tiber, wohin wir uns vor dem Menschengewimmel zurückgezogen hatten, um uns nach den Anstrengungen der langen Reise vor der Seefahrt zu erholen. Wir unterhielten uns also allein in herzlichem Gespräch, vergaßen, was hinter uns lag, und streckten uns aus nach dem, was vor uns war. Wir fragten uns, wie wohl das ewige Leben sein wird, das ‚kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und das keinem Menschen in den Sinn gekommen ist.’ In diese Richtung bewegte sich meine Rede, wenn auch nicht genau mit diesen Worten, aber über diesen Reden verflüchtigte sich uns an jenem Tag die Welt. Einige Tage später wurde sie immer schwächer und sprach zu meinem Bruder und mir: ‚Begrabt diesen Leib irgendwo, macht euch keine Sorge um ihn; nur darum bitte ich: Wo immer ihr seid, denkt an mich am Altar Gottes!’ Nachdem sie diesen Gedanken, so gut sie es konnte, ausgesprochen hatte, schwieg sie.“
Wie wird wohl das ewige Leben sein? Wer glauben kann, dass es einen Himmel gibt, wird immer eine Brücke zueinander finden, auch über dieses Leben hinaus in die Ewigkeit.

Dienstag, 25. August 2015

Zum Tage

Zwei bemerkenswerte Zitate der heutigen Tagesheiligen:

"Schlag dich stets eher auf die Seite der Armen als auf die der Reichen, bis du sicher bist, die Wahrheit gefunden zu haben."
Ludwig IX. von Frankreich (+1270)


"Wer das Amt eines Lehrers annimmt und es mit Eifer und Gewissenhaftigkeit ausüben will, braucht viel Liebe, größte Geduld und vor allem eine tiefe Demut."
Josef von Calasanza (+1648)

Sonntag, 23. August 2015

Am Ende Europas...

"Wo das Land endet und das Meer beginnt", so bezeichnet Portugals Nationaldichter Luis de Camoes vor 500 Jahren das Cabo de Sao Vicente und Ponta de Sagres, die zusammen die Südwestspitze Europas bilden. Hier ein paar Eindrücke von einigen schönen Tagen an der Algarve:

Unter Heinrich dem Seefahrer (1394-1460) war die Fortaleza de Sagres ein Wissenschaftszentrum, in dem Geografen, Astronomen und Seefahrer aus mehreren Ländern ihre Kenntnisse zusammentrugen:

 
 
 
 
Das nächste Bild ist zwar auch eine Erkenntnis, geht aber nicht auf Heinrich den Seefahrer zurück:

 
Hier das Cabo de Sao Vicente, einstmals eine Festung mit Kloster und Pilgerhaus:

 
 
Sehr eindrucksvoll ist die Kathedrale von Silves, im 13. Jhdt. über einer früheren Moschee erbaut:

 
 
 
 
 
Hier die in unmittelbarer Nähe gelegene Igreja da Misericordia:

 
Das abgeschieden gelegene Städtchen Aljezur bietet zwei etwas schrullige Museen, in dem einen hat ein Monsignore Sakralkunst gesammelt, in dem anderen geht es um den hl. Antonius:

 
 
Ermida de Nossa Senhora de Guadelupe: Hier in die älteste Kirche der Algarve zog sich Heinrich der Seefahrer zum Gebet zurück. Heute erinnert u.a. ein Informationszentrum an die Vergangenheit Portugals als Großmacht, an der übrigens mit dem Christusorden die in Portugal nicht aufgehobenen sondern lediglich umbenannten Templer entscheidend beteiligt waren.

 
 
Zum Schluß noch ein paar Eindrücke aus Lagos. Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Araber und dann ab Mitte des 13. Jhdts. endgültig die Portugiesen haben hier ihre Spuren hinterlassen:

 
 
Unrühmliches Kapitel: 1444 wurden hier im Gebäude der Zollbehörde die ersten schwarzafrikanischen Sklaven zur Schau gestellt, im 16. Jhdt. war der Sklavenhandel Haupteinnahmequelle Portugals.
 
 
 
Und ansonsten waren die Menschen sehr freundlich und Essen und Trinken hervorragend. - "Ihr könnt ja nur Kroatien!" lästern die Kollegen gelegentlich. Also, es geht auch woanders ;-)