Freitag, 16. Januar 2015

Dienstlicher Kurzbesuch...

Gestern in der Abtei Königsmünster in Meschede:


Die Abteikirche ist für mich immer noch einer der überzeugendsten "modernen" (sie ist ja nun auch schon aus den 60ern des letzten Jahrhunderts) Sakralbauten mit einer ganz eigenen Stimmung. Die etwas irritierende Wandgestaltung des linken Turms mit den Lautsprecherboxen soll übrigens nicht so sein: Es wird fleißig für eine neue Abteiorgel gespart.
Vielleicht braucht man bei den vielen traurigen und beunruhigenden Nachrichten der letzten Zeit gerade jetzt solche Orte der Kraft und Stille. Mir geht es zumindest so.
Allen einen guten Start in den Tag und ein gutes Wochenende!

Kommentare:

  1. Wenn es mit dem Klostersterben im Erzbistum so weiter geht[*], wäre es vielleicht sinnvoll, gar nicht erst auf irgendwas zu sparen…

    Übrigens finde ich die Kirche potthässlich. Aber Geschmäcker sind ja verschieden.


    [*] In kurzer Zeit sind die Klarissen in Paderborn verschwunden und auch in Wilnsdorf und heute gibt es eine entsprechende Nachricht über die Franziskaner, deren Verbleib in Werl unsicher erscheint.

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    1. Die Architektur hat es in unserem Bistum noch nie leicht gehabt: Wurden Anfang des 20. Jahrhunderts im Ruhrgebiet schon kühn-expressionistische Kirchen verwirklicht, baute man gleichzeitig in Werl die Wallfahrtskirche noch bieder-kraftlos neoromanisch. Auch so einige neobarocke Kirchen der 20er Jahre waren damals selbst im Sauerland schon Nostalgiekulissen. Dann kam Alois Fuchs, der meinte, der Rundbogen sei die einzig gültige sakrale Form und Fenster in der Rückwand seien zu vermeiden. Das hat mehr blockiert als gefördert. Dann kamen der vor- und nachkonziliare Bildersturm, die Turnhallen der 60er, der Beton von Josef Rikus und die unerträglichen Multifunktionsbauten der 70er. Dagegen ist die Abteikirche in Meschede eindeutig sakral und wohltuend unaufdringlich. Meine ich zumindest. Aber mir gefällt ja auch die Wallfahrtskirche in Neviges...

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  2. Ich gebe es ehrlich zu: Mir gefällt der alte Innenraum (vor 1960) der Werler Wallfahrtskirche sehr gut. Ich liebe diese Kirchen im "Zuckerbäckerstil". Leider sind sie so selten wie Gold geworden.

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    1. Ja, Zustimmung! Das Schlimme an Werl - und auch an St. Kamillentee - ist, dass sie ohne Not leergeräumt wurden. Den Krieg hatten diese Kirchen überstanden, aber nicht ihre aufbruchswütigen und selbstdenkmalsetzenden Pfarrer bzw. Ordensleute. Aus Werl wird berichtet, dass damals die Antiquitätenhändler lastwagenweise vor der Basilika vorfuhren und sich lachend die Hände rieben. Und es soll Werler geben die seitdem die Basilika nicht mehr betreten haben, weil die von ihren Familien gestifteten Sakralgegenstände verramscht und verhökert wurden. - Schlimme Zeiten!

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  3. Es wird auf Dauer eh auf Zentren des geistlichen Lebens hinauslaufen. Der Rest ist Apostolat im neuheidnischen Umfeld.

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