Freitag, 30. Januar 2015

Vertane Zeit...

Die Pastoralkonferenzen in unserem Dekanat beginnen immer mit der gemeinsamen Vesper. Das ist jetzt nicht wirklich schön: Den Priestern merkt man deutlich an, dass sie es nicht gewohnt sind, gemeinsam zu beten, und was das Singen angeht, scheint Bölkeritis eine klerikale Berufskrankheit zu sein. Und die Kirche in der es stattfand, hatte etwas von einer Gesamtschulaula der frühen 80er. Nun gut. Trotzdem halte ich das gemeinsame Gebet vor einer solchen Sitzung für eine wichtige und unverzichtbare Sache.
"Schon wieder eine vertane halbe Stunde" raunte mir ein Priester beim Herausgehen aus der Kirche zu. Das hat mich doch sehr nachdenklich gemacht, wie kann Beten vertane Zeit sein?

Kommentare:

  1. "Bölkeritis" - oh ja... Auch unser derzeitige Pastor röhrt mit Vorliebe ins Mikrophon, daß einem die Ohren wehtun. Er übertönt sogar den Gemeindegesang. Ganz schlimm wird es nach der Lesung. Sein liturgisch korrektes Psalmengebölke führt nur dazu, daß die Leute sich nach ihrem früher üblichen Kirchenlied zurücksehnen. Dabei ist die Kirche 1965 extra so gebaut worden, daß man ohne jeden Lautsprecher auskommt, wenn man normal laut spricht.

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    1. Auch mit Blick auf die Gregorianik habe ich die Psalmen in der Messe sehr schätzen gelernt, so dass ich nur ungern auf den liturgisch korrekten Zwischengesang verzichte, außerdem fallen mir wenig adäquate Lieder ein ("Liebster Jesu, wir sind hier" und "Herr, gib uns Mut zum Hören" lassen wir mal besser weg). Trotzdem passen Psalm und Bölk überhaupt nicht zueinander, dann wird es wirklich nur unschön... Schade!

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  2. Gemeinsames Beten ist sicher sinnvoll.
    Fraglich scheint mit, ob es unbedingt eine Vesper sein muß. Der Priester betet sie meist alleine und ist das gemeinsame Beten nicht gewöhnt und vielerorts „fremdeln“ die Laien doch sehr mit dem Stundengebet.
    Da könnte man sicher bessere – volksfromme – Formen FINDEN.
    Ja, man muß sie inzwischen suchen und finden, da manches verloren gegangen ist.…

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    1. Na ja, mit uns Laien klappt es eigentlich recht gut, das Problem ist, dass zur klerikalen Bölkeritis auch die Vorbeteritis hinzukommt: Wenn man 20 Vorbeter hat, geht jede Form gemeinsamen Betens schief. Ich glaube, man kann nicht nur nicht gemeinsam beten, man will es auch nicht! (Denn dann müßte man sich ja etwas zurücknehmen...)

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  3. Den betreffenden Geistlichen schon mal drauf angesprochen? Bin grundsätzlich für gemeinsames Beten der Stundenliturgie.

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