Mittwoch, 3. Juni 2015

Fronleichnam: Gottes Liebe ist echt.

Der aktuelle Zeitungsbeitrag:
Das Fronleichnamsfest, liebe Leserinnen und Leser, geht auf eine Vision der hl. Juliana von Lüttich (+1258) zurück, 1246 wird es dort eingeführt, 1264 als Fest auf die ganze Kirche ausgedehnt. Übersetzt ins Hochdeutsche heißt der Name so viel wie „lebendiger Leib des Herrn“, der offizielle liturgische Titel lautet „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Unser Bild zeigt die Prozession in St. Marien zu Witten.


Die Christen gedenken heute der Glaubensüberzeugung, dass Christus mit seinem Leib und seinem Blut in den Gaben von Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist, auch wenn die äußere Gestalt von Brot und Wein erhalten bleibt. „Transsubstantiation“ nennt man das in der Theologie und der heilige Thomas von Aquin drückt es dann in der Fronleichnamssequenz so aus: „Wie des Christen Glaube lehret / Brot in Christi Fleisch sich kehret / und in Christi Blut der Wein. / Unter beiderlei Gestalten / die als Zeichen hier nur walten / birgt sich göttliche Substanz.“ 

Zugegeben, „Transsubstantiation“ ist nicht leicht verstehbar, und auch gerade in der Ökumene gehen Katholiken und Protestanten dabei getrennte Wege. Was ist für uns dabei wichtig? Ich meine, vor allem dies: Gott liebt den Menschen als sein Geschöpf und Abbild. Und Gottes Liebe ist echt: Gott spielt nicht und Gott trickst nicht. Wenn er, wie verheißen, bei den Menschen sein will, dann will er nicht so tun als ob oder es nur irgendwie sein. Nein, er will es ganz sein, sozusagen mit Haut und Haaren. Gott will so sehr bei uns gegenwärtig und für uns da sein, dass er sich sogar durch unsere alltäglichen Straßen tragen läßt. Daran kann uns das Fronleichnamsfest erinnern und so könnten es doch Katholiken und Protestanten eigentlich gemeinsam feiern. Vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, machen Sie einfach den Anfang und gehen Fronleichnam mal wieder zur Prozession!

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