Donnerstag, 10. September 2015

Caritas-Ausstellung in Paderborn und ein kurzer Rundgang

Gestern hatte ich wieder einmal dienstlich in Paderborn zu tun und habe die Gelegenheit genutzt, die aktuelle Ausstellung im Erzbischöflichen Diözesanmuseum anzusehen. Es geht um die Caritas, also die christliche Nächstenliebe. Die Ausstellung führt von den Anfängen der frühen Christen - mit einer der ältesten Abschriften des 1. Korintherbriefs - über die klösterliche Armenfürsorge, die Hospitäler in den Städten des Mittelalters, die hl. Elisabeth und Nikolaus von Kues. die soziale Not der Industrialisierung bis in die Moderne. Gerade die dort gezeigte Foto- und Videokunst hinterläßt nachhaltigen Eindruck. Passend zum 100-jährigen Jubiläum des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn kann ich einen Besuch der Ausstellung sehr empfehlen!
Und da das Wetter so gut war, kann man die nicht ganz so mit Paderborn vertrauten Leserinnen und Leser (soll es ja geben) auf einen kurzen Gang durch die Stadt mitnehmen:
Wir beginnen im Liborianum, dem ehemaligen von Fürstbischof Ferdinand II. von Fürstenberg gestifteten Kapuzinerkloster. 1683 wurde die Kirche vollendet, ein Werk des Ambrosius von Oelde. Nach der Säkularisation war hier bis 1979 ein Knabenseminar, heute ist das Liborianum Bildungshaus des Erzbistum Paderborn.
Der heute einheitlich wirkende barocke Raum war im Krieg bis auf die Außenmauern zerstört, die Einrichtung wurde aus verschiedenen Kirchen zusammengetragen, so stammt z.B. der Hochaltar aus Schildesche bei Bielefeld. Aber alles fügt sich sehr schön zusammen:


Ein kurzer Abstecher führt zur Busdorfkirche am Ostrand der Altstadt. Das ehemalige Kollegiatsstift St. Petrus und Andreas hatte Bischof Meinwerk 1036 zunächst als freie Nachbildung der Grabeskirche zu Jerusalem errichten lassen, die heutige Gestalt der Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Weg dorthin kommen wir links am Kolpingforum (für Auswärtige die nach Paderborn kommen als Hotel zu empfehlen) und rechts am Mutterhaus der Paderborner Vinzentinerinnen vorbei:
Die Busdorfkirche hat ihren Kreuzgang bewahren können, ein wunderschöner ruhiger Ort:



Die wertvollsten Ausstattungsstücke sind ein aus dem Dom stammender siebenarmiger Bronzeleuchter aus dem 13. Jahrhundert und ein reich verziertes spätgotisches Sakramentshaus:
So hat dann die Jerusalemkirche Bischof Meinwerks ausgesehen:
Auf dem Weg zum Diözesanmuseum machen wir einen kurzen Abstecher durch den Dom und gehen durch die kleine Pforte zwischen Dom und Generalvikariat unter dem Kapitelssaal hinein:

 
Vorbei am hochgotischen Querhaus, dem sog. "Hasenkamp"...
 ... durch das Seitenschiff auf das Grabmal Dietrich von Fürstenbergs zu, des großen Paderborner Bischofs der katholischen Reform. Wenn wir jetzt rechts durch die rote Pforte hinaus gehen würden, kämen wir zur Kaiserpfalz und Bartolomäuskapelle: 
Ein Blick nach vorn und zurück...

  ... dann geht es durch das Paradiesportal hinaus:
 Beim Verlassen des Domes schauen wir auf die um 1180 errichtete Gaukirche St. Ulrich... 
 ... und noch einmal auf den Domturm...
 ... und dann geht es auch schon in die Ausstellung, denn der Termin für die Führung lag fest:
Vieles an Sehenswertem in Paderborn fehlt noch an dieser kleinen Fotostrecke, aber vielleicht weckt sie ja trotzdem Interesse an einem Besuch in der "felix paderae civitas"!

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