Freitag, 30. Januar 2015

Vertane Zeit...

Die Pastoralkonferenzen in unserem Dekanat beginnen immer mit der gemeinsamen Vesper. Das ist jetzt nicht wirklich schön: Den Priestern merkt man deutlich an, dass sie es nicht gewohnt sind, gemeinsam zu beten, und was das Singen angeht, scheint Bölkeritis eine klerikale Berufskrankheit zu sein. Und die Kirche in der es stattfand, hatte etwas von einer Gesamtschulaula der frühen 80er. Nun gut. Trotzdem halte ich das gemeinsame Gebet vor einer solchen Sitzung für eine wichtige und unverzichtbare Sache.
"Schon wieder eine vertane halbe Stunde" raunte mir ein Priester beim Herausgehen aus der Kirche zu. Das hat mich doch sehr nachdenklich gemacht, wie kann Beten vertane Zeit sein?

Samstag, 17. Januar 2015

17. Januar: Fickeltünnes

Zum heutigen Tag ein paar Bilder der St. Antoniuskirche im sauerländischen Marmecke, der Heimat der Großeltern:





Die Gedanken zum Tag waren zugegebenermaßen in ähnlicher Form schon einmal hier auf dem Blog, aber ich meine, dass sie nach wie vor aktuell sind:  „Fickeltünnes“ wird der hl. Antonius genannt und so zeigt ihn auch unser Bild aus dem sauerländischen Marmecke mit einem Schwein an seiner Seite. Wurde er auch als Patron gegen Tierseuchen verehrt, so bezieht es sich doch auf ein Privileg des Antoniterordens, für seine Armenfürsorge seine Schweine frei im Ort weiden lassen zu dürfen. Dieses „Antoniusschwein“, dessen Kennzeichen ein Glöckchen war, durfte frei im Ort  herumlaufen und wurde am 17. Januar geschlachtet, sein Fleisch wurde dann kostenlos an die Armen verteilt. An diesem Tag brauchten auch früher in Italien die Tiere nicht arbeiten und noch heute werden an diesem Tag in Rom die Haustiere gesegnet. – Ist das nicht ein wunderschöner Gedanke, ein arbeitsfreier Tag für Tiere?
Von Antonius wird ein Spruch überliefert: "Mein Buch ist die Natur mit allen Kreaturen; dieses Buch ist immer bei mir, vor mir, und um mich; und wenn ich es zu lesen anfange, so lese ich darin die Worte des Allmächtigen Gottes."
Nein, ich bin wahrlich kein Vegetarier, aber angesichts von Massentierhaltung, Gentechnik und Nahrungsmittelskandalen sollten wir doch über unser Konsumverhalten nachdenken: Der heilige Antonius kann uns daran erinnern, die Natur als Schöpfung Gottes wahrzunehmen, sie zu achten und zu bewahren.

Freitag, 16. Januar 2015

Dienstlicher Kurzbesuch...

Gestern in der Abtei Königsmünster in Meschede:


Die Abteikirche ist für mich immer noch einer der überzeugendsten "modernen" (sie ist ja nun auch schon aus den 60ern des letzten Jahrhunderts) Sakralbauten mit einer ganz eigenen Stimmung. Die etwas irritierende Wandgestaltung des linken Turms mit den Lautsprecherboxen soll übrigens nicht so sein: Es wird fleißig für eine neue Abteiorgel gespart.
Vielleicht braucht man bei den vielen traurigen und beunruhigenden Nachrichten der letzten Zeit gerade jetzt solche Orte der Kraft und Stille. Mir geht es zumindest so.
Allen einen guten Start in den Tag und ein gutes Wochenende!

Samstag, 10. Januar 2015

Kirche, Geld, Gastfreundschaft

Da gibt es in St. Kamillentee eine fromme syrische Flüchtlingsfamilie deren beiden Jungs sogar jetzt Messdiener geworden sind.
Das ist schön.
Der eine ministriert immer Donnerstags nachmittags in der sog. "Seniorenmesse", anschließend haben ihn die Senioren immer zu ihrem Beisammensein mit ins Pfarrheim eingeladen und ihm eine Fanta spendiert.
Das ist auch schön.
Aber jetzt hat sich die Pfarrcaritas bei den Senioren beschwert, ob die Fanta denn wirklich sein müsse, denn die müsse ja schließlich auch bezahlt werden.
Das ist typisch St. Kamillentee.
Gestern habe ich die Fantafinanzierung für das nächste halbe Jahr übernommen.
Das tut mir nicht weh. Aber es tut doch weh.