Dienstag, 28. April 2015

Wohl wandeln, Gemeinwohl, zum Wohl...

Gestern stieß ich in einem ökumenischen Gottesdienst auf eine Neudichtung die ich vor allem den musikalisch geneigten und an Zahnschmerzen interessierten Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchte:

Lied: (Melodie: Wohl denen, die da wandeln)
Der Himmel ist auf Erden, wo wir gemeinsam geh’n
wenn Liebe, Arbeit, Leben für uns im Zentrum stehn.
Die Würde haben wir im Blick, Gerechtigkeit und Frieden.
Dies gilt für alle Welt.


Was wir vereint bekennen, ist, dass nur Fairness zählt
dass Ausgleich und Gemeinwohl mehr gilt als Macht und Geld.
Gerechtigkeit, wie Gott sie meint, wird wahr auf dieser Erde.
Hier soll der Friede sein.


Gott will ein Reich erbauen, das soll bei uns entsteh’n
Selbst Blinde soll’n es schauen, die Lahmen werden geh’n.
Gemeinsam finden wir dorthin, ich lauf dem Ziel entgegen.
Komm, mach dich auch bereit.


Manchmal wünscht man sich wirklich in das kleine gallische Dorf: "Nur ein winziges Liedchen..." - ZACK!

Samstag, 25. April 2015

"Früher war mehr Ostern" - oder: Der Osterblick

Der aktuelle Zeitungsbeitrag:

Von einem Osterfenster, liebe Leserinnen und Leser, könnte man eigentlich mehr erwarten, zumindest mehr Farbe. Und dennoch ist dieses Glasfenster in der Kapelle unseres Gästehauses St. Elisabeth in Wanne ein echtes Osterfenster: „Fürchtet euch nicht, ihr sucht Jesus, er ist auferstanden“ können wir unten im Fenster lesen. Damit erschließt sich auch das zunächst triste Fenster ganz neu: Auf einmal werden Mauern sichtbar die überwunden werden und eine dynamische Aufwärtsbewegung wird erkennbar.

„Früher war mehr Ostern“, so könnten wir frei nach Loriot sagen, denn angesichts so vieler negativer und trauriger Erfahrungen von Abschied und Tod, angesichts so vieler Kreuzwege, fällt es einem schwer, an die befreiende und hoffnungsvolle Botschaft der Auferstehung zu glauben. Aber trotzdem gilt auch jedem von uns der Satz: „Fürchtet euch nicht, ihr sucht Jesus, er ist auferstanden“.

Vielleicht kann das auch für uns eine Lesehilfe sein, unser Leben neu zu erschließen, ähnlich wie bei diesem Glasfenster. Das Leben von Ostern her zu sehen kann bedeuten, sich immer gewisser werden zu können, dass Gewalt, Tod, Trauer und Verzweiflung nicht das Letztgültige sind. Darauf immer mehr vertrauen zu können, dass es trotz aller Rückschläge eine unzerstörbare Hoffnung auf Leben und Gerechtigkeit bei Gott gibt. Und letztlich glauben zu können, dass unser eigener Weg und der unserer Verstorbenen nicht im Nichts endet.

Das ist alles viel, liebe Leserinnen und Leser, aber Glauben ist auch immer gleichermaßen Verheißung und Zumutung. Der Osterblick ergibt sich selten direkt und auffällig. Er ist manchmal klein und unscheinbar wie die Schrift in diesem Fenster. Aber er ist da.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien, Angehörigen und Freunden, dass Sie ihn für sich entdecken. – Einen schönen 4. Ostersonntag!


 

Mittwoch, 15. April 2015

In der Vergangenheit wühlen oder: Der Fluch des Konjunktivs

Neulich habe ich mit drei alten Freunden fast einen ganzen Abend damit verbracht herauszubekommen, ob wir beim Pfadfinderzeltlager 1985 im Sauerland auch mit dem Fahrrad wieder heimwärts gefahren sind oder nicht doch eher mit der Bahn. Wenn man dabei gesellig zusammen sitzt, kann so ein Wühlen in der Vergangenheit ganz lustig sein, weil einem dabei noch ganz viele andere Begebenheiten einfallen, die man dann wie Puzzleteile zusammenfügt bis sich ein Gesamtbild ergibt. Wir sind jedenfalls auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen und mussten am nächsten Tag noch mehrere andere Leute zu Rate ziehen bis sich das Rätsel gelöst hatte. Trotzdem war der Erkenntnisgewinn, dass wir sowohl per Fahrrad als auch per Bahn gefahren sind, letztlich fürs heutige Leben doch eher gering.
 
„Hätte ich doch damals dies oder jenes getan oder gelassen, würde es mir heute besser gehen!“ – Diesen Satz, liebe Leserinnen und Leser, hören wir recht häufig und sind auch selbst davon nicht ganz frei. Wie gerne möchte man manchmal wie früher als Kind bei der Zaubertafel mit einem Ratsch alles auswischen und noch einmal ganz neu beginnen. Verständlich ist dieser Wunsch natürlich, nur wird er sich nicht erfüllen.
Und das ist es, was ich den „Fluch des Konjunktivs“ nenne: Alles „hätte“, „würde“, „könnte“ bringt mich nicht nach vorne, sondern lässt mich an der Vergangenheit kleben wie ein Kaugummi unter der Schuhsohle das mir das Fortkommen erschwert. Eine der größten Lebensaufgaben ist wohl die „Annahme meiner selbst“ wie Romano Guardini es formuliert, also mich selbst mit meinen Macken und Fehlern, auch denen der Vergangenheit, zu akzeptieren und daraus die gestalterische Kraft für meine Zukunft zu gewinnen, oftmals mühsam wie die alte Steintreppe auf dem Bild.  
Die Osterzeit scheint mir dazu aber eine gute Gelegenheit zu sein: Ostern ist das Fest, an dem Leiden, Tod und Grab zurückgelassen werden und der Aufbruch zu Neuem geschieht. Wenn Sie dabei biblische Unterstützung brauchen, liebe Leserinnen und Leser, kann ich Ihnen in diesen Tagen die Lektüre der Apostelgeschichte sehr ans Herz legen. Das was Lukas dort beschreibt, ist im Grunde eine einzige Aufbruchsgeschichte.
Dass jedem von uns in dieser Osterzeit ein wenig Zurücklassen und Aufbrechen gelingt, möchte ich uns sehr wünschen!

Montag, 6. April 2015

Emmaus

Nach dem Tod Jesu machen sich zwei Jünger auf den Weg in das nahe Jerusalem gelegene Dorf Emmaus. Sie sind traurig und bedrückt über die zurückliegenden Ereignisse. Da kommt Jesus hinzu und erklärt ihnen den Sinn und die Bedeutung des Geschehenen. Kurz vor dem Ziel will er sich verabschieden, die Jünger wollen ihn aber nicht gehen lassen: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich schon geneigt!“ Jesus geht mit ihnen, und als er mit ihnen das Brot bricht, erkennen sie ihn als den auferstandenen Herrn. Voller Freude kehren sie sogleich zurück und verkünden den anderen was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot mit ihnen brach.
Die Künstlerin Evelyn Körber aus Erfurt hat in ihrem Glasfensterzyklus in der Kapelle des St. Anna Hospital Herne den Weg nach Emmaus eindrucksvoll dargestellt: Sind die Jünger auch zunächst noch in den grau-schwarzen Farben der Trauer und der Verzweiflung verhaftet, so legt doch der auferstandene Herr gleichsam seinen Arm um ihre Schultern und nimmt sie mit hinein in den wie Morgenrot schimmernden neuen Horizont des Lebens und der Hoffnung.
Allen einen schönen Emmaus-Tag!

Samstag, 4. April 2015

Ostern

"Christus ist glorreich auferstanden vom Tod. Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen."


Allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

(Und Sr. Elisabeth im Wittener Kloster der Karmelitinnen ganz herzlichen Dank für die wie immer wunderschöne Kerze!)

Donnerstag, 2. April 2015

Viererlei überlieferten uns die Väter heute zu feiern...


"Am Heiligen und Hohen Donnerstag überlieferten uns die Väter aus den Schriften der Apostel und dem Heiligen Evangelium viererlei zu feiern: die heilige Fußwaschung, das heilige Mahl, das heißt: die Überlieferung der furchterregenden Mysterien, das Gebet in Gethsemane und den Verrat des Herrn. In Deiner unaussprechlichen Barmherzigkeit, Christus unser Gott, erlöse uns. Amen."
Synaxarion des Gründonnerstags

Allen gute Kar- und Ostertage!